Idiocracy

Verlierer gebären Verlierer

In den letzten Jahren beobachte ich immer wieder, wie Dummheit in den jüngeren Generationen salonfähig gemacht wird. Das fängt schon bei unserer, doch so anspruchsvollen, Muttersprache an. Synonyme sind für Leute zwischen 16 und 30 nicht nur Fremdwörter, sondern eher eine Buchstabensuppe, die sich anscheinend nach der Passage des Trommelfells ins Nirvana beamt.

Hinzu gesellt sich gerne ein Wortcocktail aus Deutsch-Englischen Satzbildungen. In Fachkreisen auch Denglisch genannt. Bei Sätzen wie: „Das ist ja ne stylishe Hose“, sträuben sich mir die Haare zu Berge, und das ist nur ein harmloses Beispiel.

Mal vom Denglisch abgesehen, hat Generation Doof auch ganz neue Worte auf den (deutschen) Markt gebracht. Wirst Du „Digger“ oder „Alda“ genannt, stehst Du hoch im Kurs, denn es soll einem mitteilen , dass man als Freund angesehen wird. „Wow Digga, Du bist voll der Gängzta !“

So mies, wie gesprochen und geschrieben wird, so wird sich auch gekleidet. Die männlichen Typen kaufen sich ihre Hosen fünf Nummern zu groß und feudeln damit ungewollt und unbewusst die Straßen und Hausflure ihres Wirkungskreises. Wahrscheinlich erste Anzeichen für eine dauerhafte Karriere als Hausmeister, manche nennen das Bestimmung.

Währenddessen zwängen sich die weiblichen Typen in viel zu enge Outfits und entblößen die eigenen Speckringe zur (un)freiwilligen Begutachtung, während sich das Steiß-Tattoo sich unweigerlich ins Gedächtnis prägt.

Als ob diese Geschmacksverirrung nicht schon genug Beleidigung für das Auge wäre, wird man auf der Straße noch von piepsigen Soundgeröchel aus Handys beschallt, das selbst Tinnitus Patienten ganz neue Welten der Qualen eröffnet. Während also Freund Kleinhirn denkt, sein Mobiltelefon sei eine amtliche HiFi-Anlage, fröhnt er munter dem Gängster-HipHop, welches er für allumfassende Weltmusik hält.

Aber wer denkt, der Niveau-Limbo findet hier sein längst überfälliges Ende, der hat falsch gedacht! Ganz im Sinne dieser werbeträchtigen Zielgruppe zieht das deutsche Fernsehen mit und bringt ganz neue Formate des Schwachsinns auf die Mattscheibe. Als da wären Die Supergerda, Ehe-Rochen-Tausch, Weg aus Deutschland und mit eingekniffenden Schwanz wiederkommen und natürlich allen voran Deutschland sucht die Superpfeife. Weil ja jeder ein Star werden kann. Und ein Großteil der Nation ergötzt sich an den Unzulänglichkeiten der irregeführten Bewerber.

Aber mal im Ernst: Wie viele Generationen von Eltern haben bereits versagt und wie sollen die Nachfolgenden, ohne jemals Moral und Ethik gelernt zu haben, unsere Zukunft gestalten? Verlierer gebären Verlierer, so zumindest zeichnet sich der Trend gerade ab.

Passend zu diesem Thema ist der Film von Mike Judge mit dem Namen „Idiocracy“. Die Lacher sind jedem sicher, auch wenn der Streifen einem immer realer werdenden Schema folgt.

aF

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6 Antworten to “Idiocracy”

  1. Oh ja!
    Da muss ich dir recht geben. Die meisten in meinem Alter fühlen sich als wären sie die tollsten & nichts könnte ihnen etwas an haben. Aber sehen wir es doch mal so: Eigentlich sind es ganz zerbrechliche Wesen, die nicht wissen wie sie sich anders verhalten soll & genau deswegen haben es Menschen, die wissen mit sich um zu gehen schwierigkeiten.
    Ich meine, wie oft wird man dumm angemacht nur weil man die Klamotten anzieht die man selbst toll findet, wie oft bekommt man nen dummen Spruch nur weil man noch ordentliches Deutsch sprechen kann?! Zu oft.
    Ich glaube sie müssen erst lernen das Schwäche zeigen eine Stärke ist.

    So viel von meiner Seite ^_^

    Liebe Grüße
    Ayumi

  2. Janinaschen Says:

    Ich geb dir Recht aber das klingt alles so als ob Generation Doof gelesen hast!Wenn doch noch nicht, es spiegelt alles wieder was du hier schreibst!

  3. Was die Aussprache angeht muss ich dir zu 100% Recht geben. Ich selbst bin in einer ziemlich „assigen“ Gegend groß geworden und dennoch hat von all dem „Digga“ oder  „Alder“ Zeug Nichts abgefärbt – Gott sei dank. Aus diesem Grund bin ich der Meinung dass für die Aussprache nicht nur das Umfeld zu verantworten ist, sondern jeder ist auch für sich selbst verantwortlich.

    Was den Aspekt mit den Baggies angeht, so stimme ich dir nicht zu, denn meiner Ansicht nach bist du in diesem Punkt nicht Up-to-date. Die Hosen zu groß und am besten noch in die Socken stecken, das war Ende der 90er so, der Ursprung kam aus Amerika, da US-Häftlinge keine Schnürsenkel und Gürtel hatten. Ihre Klamotten sahen nun mal so aus und damit sie auf der Straße als Ex-Häftlinge gefürchtet werden, haben sie „draußen“ den Kleidungsstil beibehalten. Wie es nun mal bei jedem Modestil so ist, ist auch dieser nach Europa geschwappt und hat sich hier ausgebreitet. Es hat nichts mit Gangsta-Auftritt zu tun – es handelt sich lediglich nur um noch einen modischen Faux-pas.

    Und das ich in einem Absatz sowohl Denglisch, also auch Französisch geschrieben habe ist doch völlig normal, man geht mit der Zeit. Vor kaum 20 Jahren konnte kaum ein Deutscher Englisch… nun endlich haben wir es erreicht das bereits in Grundschulen Englisch gelehrt wird, das ist ein Fortschritt und man sollte mit der Zeit gehen.

    Was ich an deinem Thema, leider, kritisieren muss ist, dass dieses Thema schon extrem ausgelutscht ist. Man sollte nun mal offener an neue Dinge ran gehen, ich mein wir brauchen ja gar nicht von den „Fashion Faux-Pas“ der 80er reden…

    Was allerdings in dieses Thema passt, ich aber in deinem „Artikel“ vermisse, ist die Tatsache, dass die Jugend von heute kaum noch einen ordentlichen Satz zusammen bekommt…Ausländer die sich weigern sich zu integrieren… oder sogar welchen Einfluss die Eltern tatsächlich auf ihre Kinder haben.
    Fakt ist das bei 78% aller HartzV-Empfängern mit Kindern, diese Kinder entweder kriminell auffällig werden und zum großen Teil selbst zu HartzV-Empfängern heranwachsen.
    Kann man es ihnen übel nehmen, dass sich diese Kinder von ihrem Leid „betäuben“ oder sich davor „verstecken“ wollen? Ich meine nicht.
    Abschließend kann man dazu nur sagen „wo keine Hilfe ist, da kann sich auch nichts ändern!“

    • Du sprichst wahre Worte Sanas.. zum großen Teil.

      Ich kann Dir nicht zustimmen was die weiten Hosen angeht, die sehe ich immer noch überall. Aber es nimmt ab …

      Vieles was Du geschrieben hast ist schon richtig, einiges wird sicherlich noch zur Sprache kommen, aber alle Themen die ich bisher nur oberflächlich angekratzt habe, in einem Artikel zu behandeln, ist nahezu unmöglich. Da gewisse Bereiche einfach viel tiefergehender sind, als sie scheinen.

      Aber Danke für Deine Antwort, mehr da von bitte. 😉 Aber nicht vergessen, dies ist ein halbernster Blog.

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