Music Non-Stop

Es gibt kein „Old School“

Letztens meinte doch ein über fünfzehn Jahre jüngerer Grünschnabel zu mir, das man ja den Altersunterschied daran erkenne, das ich z.B. einen Song von Duran Duran ganz geil fand. So etwas sei „Old School“ Musik. Was aber von deren Seite als „hip“ betrachtet wird, ist es nicht einmal Wert Musik genannt zu werden. Denn mit mit dem voranschreitenden Schwund der Aufmerksamkeitsspanne, sinkt auch allgemein die Affinität zur Kunstform Musik.

So stützt sich das Hauptaugenmerk von Generation Doof hauptsächlich auf armselig kopierte Stile der amerikanischen Multikultur. Zu Deutsch (oder auch nicht): Black Music, HipHop und RnB. Wobei letzteres nicht mal den Namen verdient, denn RnB soll die Abkürzung für „Rythm and Blues“ sein, was so realitätsfern ist, wie Demokratie in China. In diesem speziellen Fall findet sich da kein bisschen „Blues“ mehr, sondern nur „Rythm“. Prinzipiell tendiert diese Lärmfront im Allgemeinen dazu, das auf irgendwelchen Beats etwas eingestottert wird. Hinzu kommt ein Basslauf und ein sporadisch-minimalistisch eingespielte Sounds. Das war vielleicht mal cool als die Beastie Boys das gemacht haben … vor 20 Jahren. Aber Deutschland hechelt ja gerne, mehr oder minder, amerikanischen Trends hinterher. Die Betonung liegt aber auf hinterher, weil es sich nämlich auch auf die Aktualität bezieht. Mit der Geburt des Plattenlabels Aggro Berlin entstand eine noch nie da gewesene Niveau-Apokalypse in deutschen Gefilden, denn es brachte Leute wie Sido und Bushido hervor.

Von Kunst kann also bisher keine Rede sein. Für mich steht Musik im Einklang mit dem Instrumentalen, Poesie und die dazugehörige Illustration. Wer liefert denn so etwas heutzutage noch? Fragt man einen dieser Black Music Denkspatzen würde man zur Antwort bekommen: keiner, denn so etwas ist „Old School“.

Dieser schon fast unfassbaren Ignoranz zum Trotz, lässt sich der Großteil der (weltweit) Musikliebenden nicht irre führen, denn aktuelle Bands wie zum Beispiel Snow Patrol, OneRepublic oder Coldplay feiern weltweite Erfolge und erarbeiten sich ihre Fanbase nach und nach. Im Vergleich zu den 70er oder 80er Jahre Bands hat sich vom Prinzip her nichts geändert, außer die Aufnahmetechnik. Nahezu alle Bands dieser Klasse liefern anspruchsvolle Texte und gut geschriebene Musik ab. Egal welches Jahrzehnt. Oder Big-Band / Swing Musik a la Frank Sinatra oder Bobby Darin ist auch wieder im Markt vertreten. Durch Musiker wie Roger Cicero oder Tom Gaebel.

Deswegen lasse ich den Begriff „Old School“ Musik auch auf keinen Fall gelten, denn gute Musik ist sowieso zeitlos.

aF

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