Von Glück, Moral und Grausamkeiten

„Der Glaube an die Zukunft fängt mit dem Zweifel an allen bisherigen Wahrheiten an.“

Es ist Zeit nachzudenken. Für jeden von uns. Egal ob Mann oder Frau, Junge oder Mädchen. Nehmt Euch einen Moment Zeit und lehnt Euch zurück. Schließt die Augen und denkt über Euer Leben nach. Über unser Leben .. über DAS Leben. Ich mache mir schon Jahrzehnte Gedanken über das Leben und worin der Sinn besteht. Ich kann keine Antwort auf den Sinn geben, nur was es besser macht – was für ein Glück einige von uns haben und wie das Leben gleichzeitig so ungerecht und grausam ist.

Ich las gestern die Geschichte über einen todkranken Vater der seine neugeborene Tochter in den Armen hielt, als er starb. Ich lese immer wieder über misshandelte, missbrauchte und getötete Kinder. Von ihren eigenen Eltern oder von Verbrechern aus niederen bzw. religiösen Motiven. Ich lese über religiösen Fanatismus, dem unmenschliche, unsagbar grausame, Taten vorausgehen. Die Welt spielt verrückt. Und jeder Hinsicht herrscht ein unglaublicher Egoismus vor. Wir werden verraten, von den Regierungen dieser Welt, der Macht und des Geldes wegen. Es zählt nicht mehr der Mensch. Geblendet vom medial eingetrichterten Materialismus, der seit Jahrzehnten gesellschaftsfähig gemacht wurde.

Wir haben verlernt menschlich zu sein. Wir haben verlernt was es heißt, Freunde zu sein. Moral und Ethik sind bald auch nur noch Relikte vergangener Zeit. Selbst der von mir geschätzte Friedrich Nietzsche meint das Moral eine Erfindung der Schwachen sei. Obwohl ich ihm in vielen Sachen zustimme, kann ich es hier nicht. Moral ist ein wichtiger Aspekt, gerade als weiterentwickelter, komplexerer Mensch der Gegenwart. Manchmal habe ich das Gefühl, ein Großteil der Leute bleibt irgendwie bei dem Prozess auf der Strecke. Und viele können nicht mal was dafür. Die Weitergabe von Moral und Ethik ist Aufgabe von Eltern, aber auch der Gesellschaft.

„Früher sagte man über alle Moral: ‚An seinen Früchten erkennt man den Baum‘.
Ich meinerseits sage über die Moral : ‚An der Frucht erkenne ich den Boden, aus der sie gedieh‘.“

Während die Einen immer mehr verblöden und die Anderen sich ihre elitäre Welt aufbauen, vermisse ich die Normalität einer weitestgehend heilen Welt. Etwas, was wir als sicherheitsbedürftige Individuen immer und jederzeit bewusst oder unbewusst suchen. Ich habe mich lange geweigert, ein Kind in die Welt zu setzen. Das hatte verschiedene Gründe, aber einer davon ist nunmal, das ich von unserer „Welt“ .. unserem Leben keine allzugute Meinung habe. Wobei an dieser Stelle einer der wichtigsten Aussagen zur Sprache kommt. Nämlich, dass wir es noch vergleichsweise (noch) gut haben. Gerade in solch einer Industrienation wie Deutschland im Vergleich zum Rest der Welt.

Ist Euch eigentlich bewußt, dass wir vergleichsweise in paradiesischen Verhältnissen Leben? Fast alle haben ein Dach über den Kopf, ein Handy, immer was zu Essen. Und wenn wir krank sind, gehen wir zum Arzt und werden behandelt. Das ist alles keine Selbstverständlichkeit. Wir bekommen Kinder und erhalten Unterstützung seitens des Staates. Kindergarten und Schule. Und jetzt mal ehrlich. Ich bin auch mal knapp bei Kasse, aber ich kann auch nach kaufland gehen und mir für nicht mal einen Euro Brötchen holen. Wenn man die 2 – 3 Stück weggemampft hat, ist man pappesatt. Jetzt werden viele sagen, aber wo ist die Butter … wo ist die Wurst? Schonmal dran gedacht, dass es unsagbar viele Menschen gibt, die nicht mal eine Hand voll Reis für den Tag haben, wenn überhaupt ? Und wir kriegen schon Panik wenn der Kühlschrank nicht Käse und Wurst bestückt ist, oder die Kühltruhe mit sonst was an Fleisch, Gemüse etc. WOW, was für ein Luxusproblem. Ist Euch das eigentlich bewusst. Führt Euch das mal langsam vor das geistliche Auge. Gerade wenn man der Meinung ist, man hat nur noch 20 Euro für den Restwoche am Monatsende. Satt werden wir immer.

Ich selbst bin da auch nicht befreit von. Da sitze ich alleine in meiner 70 Quadratmeter Wohnung bin bin verbittert, dass ich es nicht zu einem Eigenheim geschafft habe. Während ich gar nicht weiß, was ich gucken soll, auf meinem großen Flachbild TV mit Netflix, Watchever und BluRay etc pp. Neid und Materialismus .. mal wieder.

Aber eins kann ich Euch sagen. Liebe und Menschlichkeit sind definitiv der Schlüssel zum Glück. Nicht unser Bankkonto, nicht unsere Klamotten und vor allen Dingen nicht eine Definition über Job und Karriere. Wenn ich mit meinem kleinen Sohn zusammen bin, weiß ich, das er der Schlüssel zu meinem Glück auf dieser Welt ist. Die Liebe zwischen zwei Menschen. Die Liebe zwischen den Menschen sollte oberstes Gebot sein. Ich weiß, ein bisschen zu idealistisch gedacht, aber es ist die Wahrheit. Seit einfach dankbar für Eure Gesundheit, für das Essen und den Umstand, dass wir als im Verhältnis zum Rest der Welt als kleine Gruppe von Menschen so gut Leben können. Und glaubt mir, jeder Tag den wir so verbringen ist ein Geschenk.

Und wieder muss ich an den todkranken Vater denken, der seine Tochter noch in den Armen halten konnte, bevor er endgültig starb. Das Leben ist nicht schön, es ist hinterhältig, grausam und ungerecht. Nur Wenigen ist ein Quäntchen Glück vergönnt. Aber auch das ist begrenzt. Denkt mal drüber nach ….

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