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Vorsicht Vatertag!

Posted in Hauptartikel with tags , , , , , , , , , , , , , , on Mai 9, 2013 by andrefedorow

Zu wessen Ehren? Des Alkohols?

Vorsicht-Vatertag-Man mag es kaum glauben. In den USA ist „er“ seit den 70ern ein offizieller Feiertag – der Vatertag. Das volkstümliche Pendant zum Muttertag erfreut sich zu meinem ethisch geprägten Leidwesen immer wieder an Rausch-orientierten Ritualen, welche mit der Ehre des Vaters nur wenig gemeinsam haben. Bestenfalls mit Erzeugern, die in schöner Regelmäßigkeit ihre Familie alkoholisiert vermoppen. Ansonsten erschließt sich mir keine Verbindung zwischen Vaterehren und sich bis zum Koma Alkohol in den Schlund zu kippen. Ich meine, Grund zum „Saufen“ findet man quasi jeden Tag, aber der heutigen, Rausch geprägten, Spaßgesellschaft ist sowieso nichts mehr heilig.

Ich denke, man sollte den Vatertag mit seinen Kindern verbringen – wenn möglich. Es ist ein traditioneller Familientag, der seinen Ursprung 1910 hat. Es geht, wie es der Name schon sagt, darum den Vater zu ehren. Genauso wie man es am Muttertag machen sollte. Stattdessen wird der Grundgedanke mit peinlichen Aktionen und Alkohol ad absurdum geführt. Insbesondere von Nicht-Vätern, die gerne den Vatertag als Männer- oder Herrentag bezeichnen. Allerdings hat das nichts mit dem Grundgedanken des Vatertags zu tun, sondern wird bzw. wurde einfach anarchistisch hinzugefügt.

Diese peinlichen Ausschweifungen, welche zum Fremdschämen anregen, zeigen sich erfahrungsgemäß durch betrunkene Buben, welche mit einem so genannten Bollerwagen durch die Straßen ziehen. Dabei ist der Geräuschpegel des von Bier und Schnaps getränktem Proletariats von der physischen Anzahl der ausschließlich auf Kleinhirnbasis funktionierenden Skrotum-Träger abhängig. Singend, grölend und nach seltsam riechenden Ausdünstungen bewegt sich Freund Brausekopf durch die Ortschaft. Ich bin der Meinung, egal ob Vater oder nicht, solche Aktionen zeigen mir auf welchem Niveau manche Leute ihr Dasein fristen. Ziehe ich daraus ein Fazit, bleibt von dem Gedanken an Familienglück bestehend aus spielenden, glücklichen Kindern oder einem gemeinsamen Ausflug, nicht viel über. Schade eigentlich. So, ich geh jetzt auch gleich raus und unternehme was. Allerdings mit meinem Sohn und mit meiner Frau. So möchte ich meinen ersten Vatertag verbringen.

So long, André

Music Non-Stop

Posted in Hauptartikel on April 27, 2010 by andrefedorow

Es gibt kein „Old School“

Letztens meinte doch ein über fünfzehn Jahre jüngerer Grünschnabel zu mir, das man ja den Altersunterschied daran erkenne, das ich z.B. einen Song von Duran Duran ganz geil fand. So etwas sei „Old School“ Musik. Was aber von deren Seite als „hip“ betrachtet wird, ist es nicht einmal Wert Musik genannt zu werden. Denn mit mit dem voranschreitenden Schwund der Aufmerksamkeitsspanne, sinkt auch allgemein die Affinität zur Kunstform Musik.

So stützt sich das Hauptaugenmerk von Generation Doof hauptsächlich auf armselig kopierte Stile der amerikanischen Multikultur. Zu Deutsch (oder auch nicht): Black Music, HipHop und RnB. Wobei letzteres nicht mal den Namen verdient, denn RnB soll die Abkürzung für „Rythm and Blues“ sein, was so realitätsfern ist, wie Demokratie in China. In diesem speziellen Fall findet sich da kein bisschen „Blues“ mehr, sondern nur „Rythm“. Prinzipiell tendiert diese Lärmfront im Allgemeinen dazu, das auf irgendwelchen Beats etwas eingestottert wird. Hinzu kommt ein Basslauf und ein sporadisch-minimalistisch eingespielte Sounds. Das war vielleicht mal cool als die Beastie Boys das gemacht haben … vor 20 Jahren. Aber Deutschland hechelt ja gerne, mehr oder minder, amerikanischen Trends hinterher. Die Betonung liegt aber auf hinterher, weil es sich nämlich auch auf die Aktualität bezieht. Mit der Geburt des Plattenlabels Aggro Berlin entstand eine noch nie da gewesene Niveau-Apokalypse in deutschen Gefilden, denn es brachte Leute wie Sido und Bushido hervor.

Von Kunst kann also bisher keine Rede sein. Für mich steht Musik im Einklang mit dem Instrumentalen, Poesie und die dazugehörige Illustration. Wer liefert denn so etwas heutzutage noch? Fragt man einen dieser Black Music Denkspatzen würde man zur Antwort bekommen: keiner, denn so etwas ist „Old School“.

Dieser schon fast unfassbaren Ignoranz zum Trotz, lässt sich der Großteil der (weltweit) Musikliebenden nicht irre führen, denn aktuelle Bands wie zum Beispiel Snow Patrol, OneRepublic oder Coldplay feiern weltweite Erfolge und erarbeiten sich ihre Fanbase nach und nach. Im Vergleich zu den 70er oder 80er Jahre Bands hat sich vom Prinzip her nichts geändert, außer die Aufnahmetechnik. Nahezu alle Bands dieser Klasse liefern anspruchsvolle Texte und gut geschriebene Musik ab. Egal welches Jahrzehnt. Oder Big-Band / Swing Musik a la Frank Sinatra oder Bobby Darin ist auch wieder im Markt vertreten. Durch Musiker wie Roger Cicero oder Tom Gaebel.

Deswegen lasse ich den Begriff „Old School“ Musik auch auf keinen Fall gelten, denn gute Musik ist sowieso zeitlos.

aF

Idiocracy

Posted in Hauptartikel on April 12, 2010 by andrefedorow

Verlierer gebären Verlierer

In den letzten Jahren beobachte ich immer wieder, wie Dummheit in den jüngeren Generationen salonfähig gemacht wird. Das fängt schon bei unserer, doch so anspruchsvollen, Muttersprache an. Synonyme sind für Leute zwischen 16 und 30 nicht nur Fremdwörter, sondern eher eine Buchstabensuppe, die sich anscheinend nach der Passage des Trommelfells ins Nirvana beamt.

Hinzu gesellt sich gerne ein Wortcocktail aus Deutsch-Englischen Satzbildungen. In Fachkreisen auch Denglisch genannt. Bei Sätzen wie: „Das ist ja ne stylishe Hose“, sträuben sich mir die Haare zu Berge, und das ist nur ein harmloses Beispiel.

Mal vom Denglisch abgesehen, hat Generation Doof auch ganz neue Worte auf den (deutschen) Markt gebracht. Wirst Du „Digger“ oder „Alda“ genannt, stehst Du hoch im Kurs, denn es soll einem mitteilen , dass man als Freund angesehen wird. „Wow Digga, Du bist voll der Gängzta !“

So mies, wie gesprochen und geschrieben wird, so wird sich auch gekleidet. Die männlichen Typen kaufen sich ihre Hosen fünf Nummern zu groß und feudeln damit ungewollt und unbewusst die Straßen und Hausflure ihres Wirkungskreises. Wahrscheinlich erste Anzeichen für eine dauerhafte Karriere als Hausmeister, manche nennen das Bestimmung.

Währenddessen zwängen sich die weiblichen Typen in viel zu enge Outfits und entblößen die eigenen Speckringe zur (un)freiwilligen Begutachtung, während sich das Steiß-Tattoo sich unweigerlich ins Gedächtnis prägt.

Als ob diese Geschmacksverirrung nicht schon genug Beleidigung für das Auge wäre, wird man auf der Straße noch von piepsigen Soundgeröchel aus Handys beschallt, das selbst Tinnitus Patienten ganz neue Welten der Qualen eröffnet. Während also Freund Kleinhirn denkt, sein Mobiltelefon sei eine amtliche HiFi-Anlage, fröhnt er munter dem Gängster-HipHop, welches er für allumfassende Weltmusik hält.

Aber wer denkt, der Niveau-Limbo findet hier sein längst überfälliges Ende, der hat falsch gedacht! Ganz im Sinne dieser werbeträchtigen Zielgruppe zieht das deutsche Fernsehen mit und bringt ganz neue Formate des Schwachsinns auf die Mattscheibe. Als da wären Die Supergerda, Ehe-Rochen-Tausch, Weg aus Deutschland und mit eingekniffenden Schwanz wiederkommen und natürlich allen voran Deutschland sucht die Superpfeife. Weil ja jeder ein Star werden kann. Und ein Großteil der Nation ergötzt sich an den Unzulänglichkeiten der irregeführten Bewerber.

Aber mal im Ernst: Wie viele Generationen von Eltern haben bereits versagt und wie sollen die Nachfolgenden, ohne jemals Moral und Ethik gelernt zu haben, unsere Zukunft gestalten? Verlierer gebären Verlierer, so zumindest zeichnet sich der Trend gerade ab.

Passend zu diesem Thema ist der Film von Mike Judge mit dem Namen „Idiocracy“. Die Lacher sind jedem sicher, auch wenn der Streifen einem immer realer werdenden Schema folgt.

aF