Im Angesicht der eigenen Sterblichkeit

Posted in Allgemein with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on Dezember 8, 2012 by andrefedorow

Perry Rhodan – der Unsterbliche

Perry RhodanDank der temporären Zeitperiode der sozialen Netzwerke werden Vorlieben von Freunden immer transparenter. Da fällt es natürlich auf wenn man sich fernab jeglicher RTL-Verstrahlungs-Kultur mit Sparten orientierter Literatur beschäftigt. Mehrmals kam die Frage via Facebook oder vor Ort bei Freunden, wer oder was Perry Rhodan eigentlich ist. Ich erklärte, es sei eine Science Fiction Serie, mit der ich mich seit meinem 11. Lebensjahr beschäftige.

Der Gedanke, die Menschheit zu einer Planetenübergreifenden Gemeinschaft hinzuzufügen war nicht etwa Gene Roddenberrys Geistesblitz in Form von „Star Trek“, sondern entsprang ebenfalls fünf Jahre zuvor aus den Federn der beiden Deutschen Schreiberlinge Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting (alias Clark Darlton). Vielen ist gar nicht bewusst, dass wir Deutschen die größte fortlaufende Science Fiction Geschichte der Welt haben, welche selbstverständlich auch in anderen Sprachen erscheint.

Ich war 11 Jahre alt, als ich das erste Mal Perry Rhodan begegnete. 1983/84 brachte die Hörspiel-Firma EUROPA zwölf Teile aus den Anfängen des Perryversums. Hörspiel KassetteIch hörte „Unternehmen Stardust“ das erste Mal, an dem Tag als ich mich einer Operation unterziehen musste. Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs. Gleich nach der OP hörte ich weiter bis zum letzten Teil der Hörspiel Serie auf Kassette. Während Perry Rhodan dank der Superintelligenz ES (relativ) unsterblich wurde, gab man mir im Falle eines positiven Befundes nicht mal mehr ein halbes Jahr. Aus den dunklen Tagen erinnere ich mich nur noch an meine Enttäuschung, dass EUROPA keine weiteren Perry Rhodan Hörspiele mehr produzierte und veröffentlichte. Man sollte nicht außer Acht lassen, dass es keine Informationsgesellschaft wie heute gab. Nicht mal der Laden wo meine Mutter die Kassetten für mich kaufte, wusste etwas über die Serie. Die Aussage der betagten Verkäuferin „Die wird wohl nicht mehr weitergeschrieben.“ legt auch nahe, dass sie ihre Unwissenheit mit ins Grab genommen hat. Doch dumm gestorben.

Viele HefteDass mich doch nicht das Zeitliche gesegnet hat, ist mehr als offensichtlich. Das gab mir rückblickend ins Jahr ’85 Zeit, meine Abneigung gegen das Lesen zu überwinden und mit einem gewissen Widerwillen die Heftromane zu lesen. Irgendjemand sagte mir, dass die Serie immer noch läuft und ich solle am Besten auf die hiesigen Flohmärkte gehen wenn ich wissen will wie es weiter geht. Ja und so war es auch. 1991 hatte ich alle aktuellen Heftromane lückenlos zusammen geschnorrt. Ich glaube es waren über 1500 Stück. Dann kam die Musik und ich wurde Musiker. Perry hatte erst mal Pause.

Silberbände als HörbücherIn den letzten 20 Jahren habe ich immer wieder komplette Zyklen gelesen (Cantaro und Thoregon). Ich traf auf einige Perry Rhodan „Macher“ wie Wolfpeter Ritter, Ernst Vlcek und Klaus Bollhöfener. Erhielt einen Gucky aus Plüsch und sprach beruflich Ende der 90er mit den Verantwortlichen sogar über einen Perry Rhodan PC. Letzteres war mein erster Versuch irgendwie ein Teil von Perry Rhodan zu werden. Daran merkt man wie verbunden ich mich diesem Thema fühlte und es immer noch bin. Auch in den letzten Tagen checke ich bei Facebook in das „Perry Rhodan Universum“ ein und höre mitten in der Nacht die Silberbände (zusammengefasste Heftromane).

Lasse ich die letzten 28 Jahre Revue passieren, bin ich immer wieder beeindruckt von den Leistungen des Verlages aus Rastatt. Ich glaube, neben Scheer und Ernstig hat der derzeitige Perry Rhodan verantwortliche Chefredakteur Klaus N. Frick einen großen Beitrag geleistet, dass diese komplexe Science Fiction Serie in der Neuzeit angekommen ist. Das Rhodanversum wächst weiter, erreicht neue Leser und es gibt kaum etwas, was ePerry Rhodan Helms nicht gibt. Immer wieder neue Romane, neue Hörspiele, Hörbücher, Smartphone Content, Computerspiele, Spin-Offs und Neueinstiegsmöglichkeiten. Das reicht für ein ganzes Menschenleben möchte man meinen. Zumindest in der Serie sind schon 3000 Jahre vergangen, seit Perry Rhodan und Reginald Bull während der ersten Mondlandung 1971 den arkonidischen Kreuzer mit Crest und Thora an Bord entdeckten. Seitdem änderte sich alles für die Menschheit. 3000 Jahre Abenteuer um den unsterblichen „Terraner“, Perry Rhodan.

Bisher wurden seit Anfang der Serie über eine Milliarde Exemplare verkauft und es ist kein Ende in Sicht. Jetzt fehlt nur noch ein Pilotfilm mit darauf folgender TV-Serie. Man wird ja noch träumen dürfen, oder ?

Perry Rhodan offizielle Website
www.perry-rhodan.net

Perry Rhodan bei Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/Perry_Rhodan

Perrypedia
http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Hauptseite

TAGS: Perry, Rhodan, K.H., Scheer, Clark, Darlton, Gucky, Atlan, Universum, SOL, Klaus, N., Frick, Rastatt, VPM, Pabel-Moewig,Verlag, GmbH, Gene, Roddenberry, Star, Trek, Walter, Ernsting, Wolfpeter, Ritter, Ernst, Vlcek, Bollhöfener, Erbe, des, Universums, Science, Fiction, Silberband, Romane, Hefte, Serie, Hörspiel, Hörbuch, Europa, Unternehmen, Stardust, die, dritte, Macht, Arkon, Arkoniden

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Das Benehmen der Leute

Posted in Allgemein on Oktober 7, 2012 by andrefedorow

oder warum man ein Arschloch ist

Ich denke Jeder hat es schon in der einen oder anderen Form erlebt. Das Benehmen der Leute einem selbst oder Anderen gegenüber. Ich stelle gerade in den letzten Monaten immer wieder fest, dass es in Mode kommt, verbal auszuteilen ohne an die Konsequenzen zu denken. Das fängt schon bei den Kindern an.

Kinder

Antiautoritäre Erziehung hin oder her; „Idiot“, „Alter“ oder „Honk“ hätte ich mir in diesem Alter niemals rausgenommen, und heute auch nicht. Es fehlt den Leuten an Respekt und diesen fehlenden Respekt geben sie schon in der Erziehung weiter. Ich würde abdriften wenn ich mich über die Erziehung vieler Eltern aufregte und wie sie in meinen Augen kläglich versagen. Ich bin garantiert kein perfekter Vater, aber ich gebe meinem Sohn schon moralische Werte mit und achte auf den Umgang. Aber wenn man als Eltern selbst nur ein sozial beschränktes Verhaltensmuster an den Tag legt, ist zumeist Hopfen und Malz für deren Nachkommen verloren. Das ist zwar ein artverwandtes, aber anderes Thema.

Respektlosigkeit fängt schon beim Schreiben an

Kommen wir zu den Leuten im Alltag. Es fängt schon bei der Email Korrespondenz an. Egal ob Freund oder Geschäftspartner. Wenn mich jemand anschreibt erwarte ich wenigstens halbwegs vernünftiges Deutsch. Es heißt „NICHT“ und nicht „NET“ oder „ANDERES“ und nicht „ANDRES“. Auch Abkürzungen wie „kp“ für „kein Plan“ sind nicht erwünscht, bestenfalls auf wirklich privater Ebene im Chat und selbst dann erwarte ich einen vernünftige Artikulation wenn sich jemand bezüglich Nichtwissenheit ausdrückt. Zum Beispiel „Du, ich weiß nicht warum das iPhone so beliebt ist.“. „kp“ möchte ich dann garantiert nicht lesen.

Konsequenzen

Dummheit schützt vor Strafe nicht. Aber das Vergessen die Leute anscheinend. Speziell in täglichen Geschäftsleben gibt es genügend Kandidaten, die für meinen Geschmack einen etwas zu fordernden und unangebrachten Ton anschlagen. Oder sich durch ihr Verhalten in eine Position bringen, aus der das Geschäft aus Prinzip beendet wird. Egal ob Dienstleister oder Kunde, da gibt es keinen Unterschied. Am Schlimmsten sind die Personen, welche nicht in der Position sind Forderungen und fragwürdiges Benehmen an den Tag zu legen. Dabei scheinen sie zu vergessen das nahezu jeder Dienstleister ersetzbar ist und jeder Partner, der keinen Umsatz macht letztenendes nur noch an Board eines Projektes ist, weil man sich mit Sympathie und Respekt begegnet. Ich habe in den vergangenen 4 Monaten viele solcher Leute aus meinem geschäftlichen Umfeld aussortiert. Das galt im Übrigen auch für vereinzelte Bekannte. Dummes Gerede in jeglicher Form kann ich nur noch bis zu einem gewissen Maß tolerieren. Ich bin halt keine 20 mehr ….

Konsequenzen der Konsequenzen

So überraschend kann meine Reaktion nicht sein, oder? Ich bin dafür bekannt, dass ich mit gleichem Kaliber antworte und ab einem gewissen Grad der Unverschämtheit reagiere. Unverständnis, blankes Entsetzen oder Hohn ernte ich oft dafür. Natürlich ist man dann der Buhmann. Sprüche wie „Na ob das die richtige geschäftliche Strategie ist“, „Laberkopp“, „Arschloch“ oder „Du hast eh keine Ahnung“ lassen mich kalt. Denn es werden nur diejenigen gechasst, die wertlos sind und ersetzbar sind. Klingt hart ? Ja, das ist es, aber wir arbeiten nicht zum Spaß, sondern um Geld zu verdienen. Und Jeder, der sich respektlos daneben benimmt fliegt raus. Da können sich die Leute noch so den Mund zerreißen. Ich behandle sie immer gleich, egal ob ich ganz oben in finanziellen Hackordnung bin oder unten.

Freundschaften und Toleranz

Auch einige Kumpels wurden aussortiert. Ich denke eine gute Diskussion mit bisschen Hektik (egal ob Online oder Offline) ist Bestandteil einer Freundschaft. Allerdings wird es dann nervig, wenn Kumpels ständig auf Opposition gehen und alles was man sagt hinterfragen oder gar versuchen die eigene Meinung auszuhebeln. Nicht Jeder denkt gleich. Nicht Jeder hat die gleichen Werte, wobei wir schon wieder bei Erziehung wären. Ich selbst toleriere Meinungen meiner Freunde, auch wenn ich mit vielen nicht konform gehen kann. Manchmal ergründe ich die Tiefe ihrer Argumente aber wenn ich merke da treffen zwei Welten aufeinander, dann lasse ich die Leute so wie sie sind. Das rettet nämlich Freundschaften.

Einige von euch wissen vielleicht, dass ich unter Anderem ein Record-Label betreibe. Wenn ich einer meiner sogenannten Freunde wäre, würde ich bestimmt nicht kackfrech heraushängen lassen, dass man aufs Urheberrecht und das Recht auf Vergütung für Kreatives scheißt. Wie blöd muss man eigentlich sein mir das direkt ins Gesicht zu sagen. Ich habe eh ein Problem mit dieser Schmarotzer Mentalität. Ich meine Leute denen es echt scheiße geht (z.B. ALG2) sollen sich von mir aus unsere Künstler für lau saugen. Mir geht’s um die Leute die in Lohn und Brot stehen. Noch schlimmer sind die Leute, die bei VW Schichten kloppen und zu geizig sind Geld für ein Album-Download auszugeben. Die saugen sich das lieber illegal. Davon will ich dann lieber nichts wissen. Ich finde das nicht gut. Es ist respektlos mir gegenüber, das so offen auszuleben. Solche Leute brauch ich nicht. Das sind keine Freunde.

Fazit: Wer sich nicht alles gefallen lässt im Leben ist eben ein Arschloch. Dann bin ich halt eins…

Musik zum Schämen

Posted in Allgemein on Juni 26, 2011 by andrefedorow

Wenn Peinlichkeit keine Grenzen kennt …

Wenn es darum geht die besten Autos der Welt zu bauen, gehören wir Deutschen zur Elite der Fahrzeughersteller. Auch als Europas ertragreichstes Exportland reden wir in der internationalen Weltwirtschaft ein Wörtchen mit. Der Deutsche an sich ist pünktlich und arbeitet hervorragend. Was er aber nicht kann ist Musik komponieren und Schreiben. Zumindest 95% der deutschen „Künstler“ (Es gibt Ausnahmen). Sehen wir der Wahrheit mal ins Auge – die deutsche Sprache klingt für andere Nationen eher unästhetisch.

Der neueste Trend der deutschen Musikanten ist, dass viele Bands der englischen Sprache den Rücken kehren und sogenanntes kreatives Schaffen in der Muttersprache in den Äther rotzen. Das ist auch besser so, denn somit belästigen sie nur noch ihre Landsleute mit ihrer Trümmermusik. Und selbst dort findet das Rumgerumpel nur mäßigen Anklang. Zumindest bleibt das Weltohr von schlecht zusammengewürfelten englischen Texten und miesen Kompositionen weitestgehend verschont … bis zum nächsten deutschen Streben nach der Weltmacht.

Doch wer denkt wir haben die unterste Sprosse der Niveau-Leiter erreicht liegt falsch. Während die jüngere Musikkultur eingesehen hat, dass es besser ist ihren vermeintlich kreativen Soundabfall innerhalb der Nation zu entsorgen, produzieren die Schlager & Ballermann Morlocks ungeniert Musik für Verstrahlte.

Mit plumpen Texten und kitschigen Sounds schreiben sie den Soundtrack, der das Proletariat glücklich machen soll. Noch schlimmer als bei der Subkultur vermisst man hier jegliches künstlerisches Schaffen in Form von Poesie und Metaphern. Nicht einmal das kriegen die auf Deutsch hin. Während sich die deutschen Musik-Youngsters noch herausgeredet haben, dass es besser wäre nur noch für den deutschen Musikmarkt zu produzieren, versucht die Schlager Fraktion gar nicht erst ihre kreative Unzulänglichkeit zu kaschieren.

Aber Eins muss man ihnen lassen; die Produzenten und ihre Anhängerschaft leben das was sie singen und hören. Während die Produzenten in ihren Heim-Studios mit der Maus den neusten Kitsch komponieren und sich beim Stuhlgang die Texte aus dem Kopf drücken, spart Zuhörerschaft schon mal brav die Taler für den nächsten Malle-Urlaub. Denn da kann man das Großhirn mit genügend Alkohol außer Betrieb setzen und sich empfänglich machen für diese widerlichen Sound-Agonien.

Aber keine Panik, dieses Proletengen muss man schon seit der Geburt in sich haben. Gott sei Dank habe ich das nicht. Was mein Kleinhirn mit 2,5 Promille im Blut jederzeit dazu befähigt, die STOP-Taste zu betätigen, falls der Mutantenstadl einmal eine meiner Partys infiltriert. Evolutionär gesehen zähle ich also zu den Weiterentwickelten.

aF

Jenseits der Grenzen des gutes Geschmacks

Posted in Allgemein on August 31, 2010 by andrefedorow

Mittlerweile kann man als denksportlicher Homosapien kaum noch deutsches Fernsehen einschalten, ohne von immer wiederkehrenden Wellen der Verblödungsstrahlung malträtiert zu werden. Das Reality-Trash-TV war nur ein Herold dessen, was sich aktuell auf dem heimischen Pixelpool zu Hause abspielt.

Frei nach dem Motto: „Wir passen uns jetzt internationalen Standards an“ (oder mit anderen Worten: „Wir plagiieren amerikanische bzw. japanische TV-Formate.“, mutieren die verantwortlichen Fernsehmacher zu Soziopathen, indem sie Shows wie „Solitary“ oder „Dschungelcamp“ produzieren. Wobei wir hier noch von den vergleichsweise soften Formaten reden, denn schon in den UK laufen Shows wie „The White Room“, wo der Protagonist zum menschlichen Tamagotchi wird. Von Japan möchte ich gar nicht erst anfangen.

Aber die leise, schleichende Abstumpfung des menschlichen Geistes findet nicht nur in der eigenen Flimmerbox statt, sondern zog auch mit Pauken und Trompeten in die Welt der Leinwandkunst ein. Filme wie Saw scheinen die Mainstream-Masse zu erfreuen und um dies alles zu toppen, setzte Eli Roth mit „Hostel“ dem Ganzen die Krone auf.  Personen, die zum Spaß andere Menschen brutal foltern und auf grausamste Weise umbringen, werden hier ins Kinoformat gebracht und durch aktuelle Filmtechnik nahezu 1:1 realitätsgetreu dargestellt.

Ganz im Sinne dieses doch recht fragwürdigen Zeitgeistes wird neben Mord und Quälerei  jetzt auch Vergewaltigung als bewegtes Bildermaterial für die Massen aufbereitet. Während 1988 ein Aufschrei durch die Medien ging, weil Jodie Foster in dem Film „Angeklagt“ auf einem Flipper vergewaltigt wurde, lässt Monica Bellucci in dem Streifen „Irreversible“, in der sie über zehn Minuten lang brutal vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit misshandelt wird, Jodie Fosters Auftritt aus den Achzigern wie einen Kindergeburtstag aussehen.

An dieser Stelle passt wohl ein Zitat eines älteren Herren in einer TV-Diskussionsrunde: „Nach dem Krieg war es unvorstellbar, dass einmal ein Mord im Rahmen von Unterhaltung im Fernsehen zu sehen ist. Was kommt als nächstes? Vergewaltigung?“ Die Antwort auf diese Frage hab ich mit dem vorhergehenden Absatz schon gegeben und gerade dieser Umstand ist schon traurig genug und keinesfalls akzeptabel.

Kurzum: Mord, Vergewaltigung, Leiden, sowie Ängste und Phobien von Mitmenschen werden immer mehr popularisiert und somit unsere Psyche negativ kompromittiert und pervertiert.

Auch der Spruch: „Jedem das Seine!“ kommt hier nicht mehr zum Tragen, denn wenn sich so etwas zur allgemeinen Unterhaltung entwickelt, klingeln die Glocken der Moralapostel.

Und ich läute kräftig mit!

aF

Twitter Mania

Posted in Allgemein on Juli 22, 2010 by andrefedorow

Lebensticker einer neuen Generation

Wer heutzutage als aktiver Teil des Web 2.0 Wahnsinns überleben möchte, sollte die persönliche Toleranzgrenze nach oben schrauben können. Ansonsten läuft man Gefahr, von dem Verblödungsstrahler vollends verseucht zu werden.

Microblogging via Twitter kann Spaß machen, wenn man die richtige Einstellung hat und genau weiß, was für ein Volk dort sein Unwesen treibt: Ein Haufen von Egozentrikern und Spammern – so scheint es in der ersten Zeit.

Wie auch im realen Leben gehen hier die Schwachen im sozialen Rauschen der Tweet-Timeline unter. Schwach sind diejenigen, welche in vermeintlich interessanter Eigendynamik ihren belanglosen und zumeist nicht witzigen 140-Zeichen Schrott in den öffentlichen Eimer kotzen, ohne auf ihre Umwelt zu reagieren.

Viel schlimmer aber sind die User, die am liebsten nur ihre eigenen Texte lesen möchten und dies auch von anderen erwarten – frei nach dem Motto:

„Was ich schreibe, ist interessant genug, was Du schreibst, interessiert mich nicht! Du hast wohl den Sinn des Twitterns nicht verstanden“. Denn nur wer einem Follower folgt, kann auch die Postings des anderen lesen.

Da die Zwitscher-Plattform zu den Social Media Networks gehört, wird diese auch im sozialen Sinne wahrgenommen. Tools wie u.a. justunfollow.com oder twunfollow.com geben einem die Übersicht wer einem nicht mehr folgt oder es nie getan hat. Auch hier gilt der Real-Life-Grundsatz:
<<Wer mag schon jemandem zuhören, der sich am liebsten selbst den ganzen Tag reden hört, ohne jemand anderen zu Wort kommen zu lassen.>>>

Genau solche User sind es, die dem Mikroblogging-Dienst ein fragwürdiges Image verleihen.

Die Starken sind diejenigen, welche es schaffen ihre ihr Twitter-Netzwerk so auszubauen und zu nutzen das Synergien jeglicher Art entstehen, interessante User-Treffen oder sogar Freund- und Liebschaften.

Viele werden sich fragen, wie stelle ich so was an? Die Frage ist einfach zu beantworten. Weniger im eigenen Mikrokosmos leben, sich für andere (Menschen) und ihre Texte interessieren. Vor allen Dingen selbst etwas zwitschern, von nett über witzig bis hin zu provokativ, solange es im Rahmen bleibt.

Und um den Seelenstriptease zum vervollständigen fehlt nur noch Facebook. Na dann mal los ….

aF

Music Non-Stop

Posted in Hauptartikel on April 27, 2010 by andrefedorow

Es gibt kein „Old School“

Letztens meinte doch ein über fünfzehn Jahre jüngerer Grünschnabel zu mir, das man ja den Altersunterschied daran erkenne, das ich z.B. einen Song von Duran Duran ganz geil fand. So etwas sei „Old School“ Musik. Was aber von deren Seite als „hip“ betrachtet wird, ist es nicht einmal Wert Musik genannt zu werden. Denn mit mit dem voranschreitenden Schwund der Aufmerksamkeitsspanne, sinkt auch allgemein die Affinität zur Kunstform Musik.

So stützt sich das Hauptaugenmerk von Generation Doof hauptsächlich auf armselig kopierte Stile der amerikanischen Multikultur. Zu Deutsch (oder auch nicht): Black Music, HipHop und RnB. Wobei letzteres nicht mal den Namen verdient, denn RnB soll die Abkürzung für „Rythm and Blues“ sein, was so realitätsfern ist, wie Demokratie in China. In diesem speziellen Fall findet sich da kein bisschen „Blues“ mehr, sondern nur „Rythm“. Prinzipiell tendiert diese Lärmfront im Allgemeinen dazu, das auf irgendwelchen Beats etwas eingestottert wird. Hinzu kommt ein Basslauf und ein sporadisch-minimalistisch eingespielte Sounds. Das war vielleicht mal cool als die Beastie Boys das gemacht haben … vor 20 Jahren. Aber Deutschland hechelt ja gerne, mehr oder minder, amerikanischen Trends hinterher. Die Betonung liegt aber auf hinterher, weil es sich nämlich auch auf die Aktualität bezieht. Mit der Geburt des Plattenlabels Aggro Berlin entstand eine noch nie da gewesene Niveau-Apokalypse in deutschen Gefilden, denn es brachte Leute wie Sido und Bushido hervor.

Von Kunst kann also bisher keine Rede sein. Für mich steht Musik im Einklang mit dem Instrumentalen, Poesie und die dazugehörige Illustration. Wer liefert denn so etwas heutzutage noch? Fragt man einen dieser Black Music Denkspatzen würde man zur Antwort bekommen: keiner, denn so etwas ist „Old School“.

Dieser schon fast unfassbaren Ignoranz zum Trotz, lässt sich der Großteil der (weltweit) Musikliebenden nicht irre führen, denn aktuelle Bands wie zum Beispiel Snow Patrol, OneRepublic oder Coldplay feiern weltweite Erfolge und erarbeiten sich ihre Fanbase nach und nach. Im Vergleich zu den 70er oder 80er Jahre Bands hat sich vom Prinzip her nichts geändert, außer die Aufnahmetechnik. Nahezu alle Bands dieser Klasse liefern anspruchsvolle Texte und gut geschriebene Musik ab. Egal welches Jahrzehnt. Oder Big-Band / Swing Musik a la Frank Sinatra oder Bobby Darin ist auch wieder im Markt vertreten. Durch Musiker wie Roger Cicero oder Tom Gaebel.

Deswegen lasse ich den Begriff „Old School“ Musik auch auf keinen Fall gelten, denn gute Musik ist sowieso zeitlos.

aF

Idiocracy

Posted in Hauptartikel on April 12, 2010 by andrefedorow

Verlierer gebären Verlierer

In den letzten Jahren beobachte ich immer wieder, wie Dummheit in den jüngeren Generationen salonfähig gemacht wird. Das fängt schon bei unserer, doch so anspruchsvollen, Muttersprache an. Synonyme sind für Leute zwischen 16 und 30 nicht nur Fremdwörter, sondern eher eine Buchstabensuppe, die sich anscheinend nach der Passage des Trommelfells ins Nirvana beamt.

Hinzu gesellt sich gerne ein Wortcocktail aus Deutsch-Englischen Satzbildungen. In Fachkreisen auch Denglisch genannt. Bei Sätzen wie: „Das ist ja ne stylishe Hose“, sträuben sich mir die Haare zu Berge, und das ist nur ein harmloses Beispiel.

Mal vom Denglisch abgesehen, hat Generation Doof auch ganz neue Worte auf den (deutschen) Markt gebracht. Wirst Du „Digger“ oder „Alda“ genannt, stehst Du hoch im Kurs, denn es soll einem mitteilen , dass man als Freund angesehen wird. „Wow Digga, Du bist voll der Gängzta !“

So mies, wie gesprochen und geschrieben wird, so wird sich auch gekleidet. Die männlichen Typen kaufen sich ihre Hosen fünf Nummern zu groß und feudeln damit ungewollt und unbewusst die Straßen und Hausflure ihres Wirkungskreises. Wahrscheinlich erste Anzeichen für eine dauerhafte Karriere als Hausmeister, manche nennen das Bestimmung.

Währenddessen zwängen sich die weiblichen Typen in viel zu enge Outfits und entblößen die eigenen Speckringe zur (un)freiwilligen Begutachtung, während sich das Steiß-Tattoo sich unweigerlich ins Gedächtnis prägt.

Als ob diese Geschmacksverirrung nicht schon genug Beleidigung für das Auge wäre, wird man auf der Straße noch von piepsigen Soundgeröchel aus Handys beschallt, das selbst Tinnitus Patienten ganz neue Welten der Qualen eröffnet. Während also Freund Kleinhirn denkt, sein Mobiltelefon sei eine amtliche HiFi-Anlage, fröhnt er munter dem Gängster-HipHop, welches er für allumfassende Weltmusik hält.

Aber wer denkt, der Niveau-Limbo findet hier sein längst überfälliges Ende, der hat falsch gedacht! Ganz im Sinne dieser werbeträchtigen Zielgruppe zieht das deutsche Fernsehen mit und bringt ganz neue Formate des Schwachsinns auf die Mattscheibe. Als da wären Die Supergerda, Ehe-Rochen-Tausch, Weg aus Deutschland und mit eingekniffenden Schwanz wiederkommen und natürlich allen voran Deutschland sucht die Superpfeife. Weil ja jeder ein Star werden kann. Und ein Großteil der Nation ergötzt sich an den Unzulänglichkeiten der irregeführten Bewerber.

Aber mal im Ernst: Wie viele Generationen von Eltern haben bereits versagt und wie sollen die Nachfolgenden, ohne jemals Moral und Ethik gelernt zu haben, unsere Zukunft gestalten? Verlierer gebären Verlierer, so zumindest zeichnet sich der Trend gerade ab.

Passend zu diesem Thema ist der Film von Mike Judge mit dem Namen „Idiocracy“. Die Lacher sind jedem sicher, auch wenn der Streifen einem immer realer werdenden Schema folgt.

aF