Ready since the 80’s

Posted in Allgemein on Juli 13, 2017 by andrefedorow

Die Geschichte meiner Commodore Computer

Quelle: https://www.teepublic.com/t-shirt/569833-commodore-64

Ich werde oft gefragt, was mich an den alten Heimcomputern so fasziniert. Warum ich da so viel Herzblut reinstecke. Ich versuche das mal in diesem Blogbeitrag aufzuzeigen. Vieles davon ist emotional und daher subjektiv von der Betrachtungsweise her. Wie immer, beanspruche ich keine Absolutheit in meinen Ausführungen, sondern gebe lediglich meine persönlichen Erlebnisse wieder. Viel Spaß beim Lesen.

 

Prolog – Früher war alles besser?

früher

Früher war alles besser! Früher hatten wir keine Handys! Früüüher haben wir noch draußen im Matsch gespielt. Und früüüher …. jaaaa -> drauf geschissen. ;-P

Früher war nicht alles besser, sondern vieles anders. Manches besser, manches schlechter. Aber für viele von uns sicherlich unbeschwerter, denn die Monster unterm Bett sind in den Briefkasten umgezogen.

Seit den 80ern bin ich ein Vollblut-Onliner. Deswegen auch in der heutigen Zeit u.A. auf Twitter, Instagram und Facebook aktiv. Ich amüsiere mich dort immer wieder über die Bilder einiger Leute aus meinem Jahrgang die anscheinend ihr Ego ein wenig aufpolieren müssen, in dem sie Bildchen posten die Kinder zeigen wie sie spielen: im Matsch, an der Tischtennisplatte, mit einem Roller/Fahrrad usw.

Was soll das? – frage ich mich dann immer. Tut bitte nicht so als hätten „wir“ früher keine elektronische Unterhaltung gehabt. TV & Videospiele gab es damals schon. Inklusive den  gleichen, unsinnigen und niemals enden wollenden Diskussionen über Kinder und Computerspiele. Ja genau, seit Videospiele quasi kommerziell und somit der breiten Masse zugänglich waren. Quasi seit Ende der 70er.

„Wir“ haben früher sehr wohl stundenlang vor der Flimmerkiste gehockt und gezockt. Tja, aber wir sind auch rausgegangen. Haben uns auf Spielplätzen getroffen, Radtouren gemacht, und sind sprichwörtlich um die Häuser gezogen. Alles was Kinder und Teenager so machen.  Analog zum Homecomputing von damals hat sich heute nicht viel verändert. Kids/Teens spielen mit nur mit kleineren, mobileren Geräten. Und wenn sie vermehrt zu Hause sind, und das tun was wir früher mit unseren Heimcomputern machten, dann liegt es vielleicht daran, dass wir früher viel mehr Möglichkeiten hatten. Heute haben wir: Weniger Spielplätze, weniger Jugendzentren/Treffs und die Gemeinden stellen deutlich weniger Budgets zur Verfügung für Kinder und Jugendförderung.

Also, diese Bildchen „Ja früher hatten wir keine …“ sind für mich irreführend. Vor allen Dingen ist das Gesamtbild einfach nicht komplett Dargestellt. Früher war nicht alles besser, nur anders.

 

Kapitel 1 – Eine neue Welt

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Die Atari 2600er Konsole

Die 80er sind nicht nur berühmt für die beste Musik aller Zeiten, sondern auch für kleine Revolutionen in Sachen Fortschritt. Insbesondere was Computer und Videospiele anging. Eines Tages, ich war nicht mal 10 Jahre alt (?), sah ich bei einem Freund zu Hause eine Videospielkonsole. Die Eltern hatten gerade eine Atari VCS 2600 Konsole (Holzdesign, 4 Schalter) gekauft und dazu gab es ein brandneues Spiel. Ich sah und spielte dann mein erstes Videospiel. Ich musste mich von Liane über eine Grupe zur nächsten Liane schwingen.

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Pitfall Atari 2600

Na, was war das wohl? Nicht Tarzan, es war Pitfall! Und ich habe es geliebt. Ich habe mich gleich ein ganzes Wochenende bei meinem Kumpel einquartieren lassen. Hinzu kamen noch ein paar andere Games. Unter anderem Pac Man.

Meine Eltern hatten nie die Notwendigkeit einer Videospielkonsole gesehen, und von daher blieb mein Wunsch nach einer eigenen unerfüllt. Meine Meinung über Konsolen sollte sich jedoch später ändern. Es verging über ein Jahr, es muss um 1984 gewesen sein, da war ich zu Besuch bei meiner Cousine und Ihrem Freund. Er hieß Bernd. Mir ist es wichtig, an der Stelle seinen Namen zu erwähnen, da er später bei einem Autounfall ums Leben kam. Auf jeden Fall war es die frisch bezogene Wohnung von Bernd und meiner Cousine, wo ein Commodore 64 ein Zuhause fand. Bernd zeigte mir, wie man mit (s)einer 1541 umging. Also die Befehle um ein Spiel zu laden. Mehr interessierte mich damals nicht. Mein Lieblingsspiel an diesem Tag war Pole Position. Ich blieb das ganze Wochenende.  Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich morgens um 6:30 Uhr aufgewacht bin und die Aufregung im Bauch hatte, weil ein Zimmer weiter der Commodore 64 auf mich wartete. Das Zaubergerät, womit man so schön spielen konnte. Ich war noch ein Kind, für mich war das Ding das Größte. Ich wusste nur eins, ich wollte auch so einen. Bernd und ich zockten das ganze Wochenende, und ich führte die Highscore an, bei Pole Position – nicht zuletzt, weil ich brennend nach einem Crash über die Zielgerade schlitterte.

 

Kapitel 2 – City Computer

Auch für den Kauf einen C64 konnte ich meine Eltern nicht begeistern. Was ziemlich bitter für mich war. Ich war ein Kind mit einer leidenschaftlich entfachten Begeisterung für Computer – ohne eigenen Computer.

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Commodore VIC20

Zwischenzeitlich hatte in einer benachbarten Straße ein winziger Commodore-Laden eröffnet. Die verkauften da ausschließlich Commodore Computer & Zubehör. Aufgestellt war ein Commodore VIC20 mit Datasette. Ich war jetzt schon 11 und mutig genug, die Frau dort mit einer sinnlosen Dauerpräsenz zu nerven. Für mich war es extrem spannend dort aufzutauchen und auf dem VIC20 „LOAD“ einzugeben und RETURN zu drücken. „Press Play On Tape“ hieß damals für mich „Mission Accomplished“. Ich glaube die Dame hat nie verstanden, warum ich mich jedes Mal so gefreut habe, „Load“ einzugeben. Der Laden konnte sich nicht halten.

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Commodore VIC20 Basic

Ziemlich blöde Idee, so einen kleinen Shop inmitten einer Wohngebiet-Mini-Einkaufsmeile zu platzieren. Und gegen Allkauf, real kauf, Otto & Quelle und Konsorten konnte man sich zu der Zeit auch nicht preislich behaupten, als kleiner Laden im Nirgendwo.

Irgendwann fiel mir auf, dass es Richtung Innenstadt einen weiteren Shop gab – „City Computer“. Der Dreh- und Angelpunkt meiner künftigen Teenager-Computerphase. Dort arbeiteten die legendären Brüder Wolfgang und Herbert wobei ersterer der Besitzer war, wenn ich mich recht erinnere. Wolfang war auch derjenige, der mir erklärte was ein „Uuhhsa“ (User) ist. Erstmal hieß es ausgesprochen „Juser“ und zweitens ist ein es anderes Wort für den Benutzer eines Computers zum Beispiel. Ohne selbst einen Commodore Computer zu besitzen, lernte ich dort meine erste Basic Routine -> „10 Print „Ich heiße Andre“ – „20 Goto 10“ – „Run“.

City Computer wurde quasi mein zweites zu Hause. Ich fragte Wolfgang und Herbert Löcher in den Bauch und himmelte die Reihen von Mastertronic Spielekassetten an. Am lieben wäre ich dort eingezogen. So cool wie damals die Leute von City Computer war keiner. Meinen ersten eigenen Commodore Computer hätte ich gern von dort bezogen, aber alles kam doch ein wenig anders.

 

Kapitel 3 – Mein erster Commodore

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Mein Commodore 116

Das ständige Abhängen bei City Computer ging auch an meinen Eltern nicht spurlos vorbei. Wollten sie mir doch was Gutes tun, als sie mir Weihnachten 1985 meinen ersten Commodore Computer schenkten. Direkt aus dem Versandhaus Quelle überraschte mich ein Commodore 116 mit Datasette inkl. Basic Kurs unter dem Weihnachtsbaum. So groß die Freunde über einen eigenen Commodore Computer war, es war kein Commodore 64. Trotzdem war ich aufgeregt. Es war immerhin ein richtiger Commodore Computer. Und ich dachte mir, mit dem MUSS man auch Spielen können!

Die Weihnachtsfeiertage verbrachte ich mit dem allseits beliebten Basic Kurs von Kassette. Und einer Zeitschrift namens „Compute Mit“, wo ich mein erstes Listing abtippte. Es war ein gutes Gefühl einen eigenen Computer zu haben und damit zu experimentieren.
Kaum waren die Feiertage vorbei kaufte ich mir bei City Computer einen Joystick und mein erstes Spiel auf Kassette. Ich weiß nicht mehr welches Spiel von Mastertronic das war, aber es war eins, was einen Bug wegen Joysticksteuerung hatte, oder gar nicht mit Joystick spielbar war.

Und da fing mein erster Frust an, denn niemand sagte mir, dass ich einen Joystick-Adapter brauchte für mein System. Da saß ich nun, ein Spiel was ich mit Joystick spielen wollte, aber der Joystickanschuss passte nicht. Meine Mutter kaufte mir einen Adapter bei „Computer Fricke“, einem anderen Händler im Ort. Die stellten diese Dinger selbst her. Was war das für ein Kampf bis sich herausstellte, dass der Adapter völlig in Ordnung war, nur das Game nicht. Bis dahin hatten wir Adapter 3x reklamiert. Die müssen uns für völlige DAU’s gehalten haben.

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Moon Buggy C16

Nichts desto trotz, hatte ich dann im Laufe der Zeit einige Original Games im Regal stehen, zumeist Mastertronic, weil City Computer vorwiegend C16 Spiele von diesem Brand im Bestand hatte. Und 10 DM pro Kassette im Schnitt passte in mein Taschengeld Budget. Ich hatte die Mastertronic Klassiker wie Spectipede, Vegas Jackpot, Kikstart, Formula One usw. Und etwas später dann auch andere Kassetten, nicht im Original.  Moon Buggy mochte ich sehr.

Ich kann mich noch dran erinnern, wie ein Kumpel und ich vor ACE (16K) gesessen und auf eine Sprachausgabe gewartet haben. Sprachausgabe war an diesen Tagen was ganz Besonderes. Insbesondere für die 264er Low-Cost Reihe, die massiv von ALDI (C16) in Deutschland gestreut wurde. Aber Sprachausgabe kam irgendwie keine.
Und Trailblazer wollte ich auch spielen. ACE (64k) sowie Trailblazer (64k) kaufte ich, nachdem City Computer meinen C116 auf 64k umgerüstet hatte. Da klappte es auch mit der Sprachausgabe.  Zwischenzeitlich verkaufte mein Kumpel, seinen C16 um einen C64 zu erwerben.

 

Kapitel 4 – Frust

Da die Welt damals noch nicht so vernetzt war, wie heute, blieb ich bei den paar Original Kassetten und einigen „Sicherheitskopien“ anderer Leute hängen. Wollte Formula One nicht so viel Spaß machen, wie Pole Position auf dem C64. Es gab zwar ein paar denkwürdige Moon Buggy Sessions, aber es erfüllte mich nicht. Generell interessierten mich die 64er-Games bei weitem mehr.

Es kam wie es kommen musste, ich entschloss mich, mein C116-Setup zu verkaufen, was ich bereuen sollte. Aber letztendlich war ich gerade mal 12 Jahre alt und hatte kein Geld um mir noch einen zusätzlichen Computer zu kaufen. Also sparte ich etwas an und verkaufte den C116 samt Zubehör. Mir war schon etwas mulmig zumute und ich war traurig als der Käufer meinen kleinen Gummitasten-Rechner mitnahm. Irgendwie hatte ich dieses limitierte Ding doch lieb gewonnen. Dies sollte mir auch knapp 30 Jahre später den Impuls für meine Rückkehr zu den Commodore Computern geben.

 

Kapitel 5 – Commodore 64

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Mein C64

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Hexenküche 2

1986 schleppte ich also endlich meinen Commodore 64 inkl. Datasette aus City Computer heraus. Das erste Spiel was ich auf meinen eigenen C64 geladen habe, war Hexenküche II. Das Leben als Kürbis war schon schwer, während die Hexe lachte.

Was für ein Unterschied. Was für ein überlegener Computer der C64 damals war. Aber ein C64 ohne Floppy war damals schon ziemlich mau. Deswegen musste bald eine 1541 her. Ich sparte nicht nur dafür, sondern knöpfte meinem Kumpel ganze 5 DM ab, um ihn mein „Wissen“ über Basic beizubringen. Quasi die Routine 10 Print .. 20 Goto 10 … letztendlich hatte ich irgendwann meine 1541 zusammengeschnorrt.

Die nächsten Jahre waren der Hit. Copy-Partys – man traf sich übers Wochenende und zockte die neuen Games. Die 10er-Päckchen Disketten wurden in rauen Mengen gekauft. Jeder von uns hatte eine Diskettensammlung jenseits der 500 Stück.

Unser Wissen machte sich nicht nur in der Schule gut, was Noten in der Computer AG anging, denn diese war erfreulicherweise mit Commodore Computern ausgestattet. Wir machten uns es auch zum Spaß, in den Warenhäusern heimlich unsere eigenen kleinen Basic-Programme aufzuspielen und zu starten. Den Monitor auf volle Lautstärke stellen und nach einer Zeitschleife soundtechnische Agonien starten lassen. Oder einfach mal ein paar nackte Frauen Laden lassen (zumindest was man damals als Frau erkennen konnte auf den Maschinen). In jedem Fall war es ein Angestellter bzw. eine Angestellte, die voller Panik letztendlich den Stecker gezogen hat. Das fanden wir damals sehr witzig.

Wir schrieben selbst auch etwas ernstere Programme. Zumeist in Basic. Heraus kamen Adressverwaltungen, Adventurekreatoren und ich selbst brachte es auf ein Action-Adventure und ein paar völlig sinnfreie Demos. Das ist das, was ich an den Commodore Computern mochte. Man schalte sie ein und die forderten einen auf was zu tun. Wenn nicht zocken, dann selbst was auf die Beine stellen. Kreativ sein, seinen Kopf anstrengen. Mit dem Charme der Markt erobernden Konsolen konnte ich mich nie identifizieren. Für mich waren das immer verstümmelte Computer. Unterhaltungstorsos die man mit Modulen vergewaltigen konnte.

Eine halbe Dekade später war ich völlig raus aus der Commodore 64 Welt. Ich war der 8-bit Spiele einfach überdrüssig. Einige meiner 64er-Kollegen waren schon beim PC angekommen – 286er und 386er. Seelenlose Monochrom und Grünstich Monster, die so langweilig waren, dass man selbst den Strom überreden musste, aus der Steckdose in diesen Elektronikschrott zu fließen.

 

Kapitel 6 – Eine neue Freundin – Amiga!

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Während die PCs zu der Zeit noch die Vollhonks der Computerwelt waren, sorgte ein neuer Computer, ebenfalls von Commodore, für Aufsehen. Der Amiga war der neue Supercomputer der alles in den Schatten stellte, was es damals gab. Zumindest im Heimcomputer-Bereich.

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Shufflepuck Cafe

Als ich bei einem Kumpel Shufflepuck Cafe auf seinem Amiga sah, war mir klar, dass es in Sachen Commodore für mich an der Stelle weitergehen würde. Zwar bot der Amiga bis dato auch nur 2D Spiele, aber alles war schon 16 Bit und das hat mich einfach umgehauen. Ich war gerade in der Ausbildung, also besorgte ich mir einen Amiga 500.

Auf Dauer war der 500er zu limitiert für mich, von daher beschloss ich, mir einen Amiga 1200 zuzulegen. AGA und eine Festplatte boten einfach mehr Möglichkeiten den Computer besser einzusetzen, außerhalb des Spielens. Insbesondere für meine DFÜ Aktionen wie Newsgroups, Mailboxen und BTX war dieser Computer, mit einem ZyXEL 19200, bestens geeignet. Die Telefonrechnungen damals waren schon brachial im Vergleich zu heute.

Zwischenzeitlich hatte ich meine Ausbildung abgeschlossen und wohnte in meiner ersten eigenen Wohnung. Der Zufall wollte es, dass ich von meinem Kumpel, der mir damals Shufflepuck Café zeigte und mich mit seinem Amiga anfixte, eben diesen mir für günstig überlies. So wurde ich Besitzer eines Amiga 2000 mit Modem, einer ISDN Karte und Festplatten.

Jetzt hatte ich zwei Amigas und beschloss den 2000er als Mailbox einzusetzen, da ich sowieso 2 ISDN Leitungen frei hatte. So wurde die lokal berüchtigte Mailbox „Datastorm“ geboren. Eine von 3, mit Fastcall, betriebenen Mailboxen in Süd-Niedersachsen. Die anderen Mailboxen waren die „Soundbox“ und das „Spritual Switchboard“. Den Tag an dem ich die Mailbox online schaltete, hatte ich eine Karte für ein Phil Collins (Both Sides Tour). Ich blieb aber lieber zu Hause und schaute mir die User an, die sich einwählten. Im Übrigen mochte dieses Album von Collins sowieso nie. Nachdem das ´Switchboard irgendwann von der Polizei wegen Warez hochgenommen wurde, verlor ich nach fast 2 Jahren die Lust eine Mailbox zu betreiben.

 

Kapitel 7 – Das Ende einer Ära

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DOOM

Anfang 1994, machte ich bei dem Freund, der mir seinen Amiga 2000 vermachte seinerzeit, Bekanntschaft mit einem neuen Computerspiel, welches alles ändern sollte. DOOM auf einem PC 486er. Der PC hatte nicht geschlafen die letzten 2 Jahre und so auch Microsoft mit Windows 3.11 nicht. Ich wusste nur eins, DOOM will ich auch spielen und haben. Koste es was es wolle. Meine Amigas hielten in Ihrer Ausstattung dem 486er nicht Stand. DOOM rockte alles weg, ein 3D Spiel wie ich es immer wollte (ganz zu schweigen von Duke Nukem 3D später).

Windows 3.11 war zwar nicht Multitasking fähig und auch nicht so hip wie die Amiga Workbench, aber ich brauche keine teuren Turbo- und Grafikkarten um einen Computer schnell und effizient zu betreiben. Commodore hatte einige schwere Fehlentscheidungen getroffen in Sachen Hardware Strategie und machten sich zudem selbst kaputt.

Amiga 3D Games wie Alien Breed, Gloom oder Breathless konnte man zu der Zeit nur mit High End Amigas spielen, für die man locker 2 PCs bekommen konnte die das Gleiche und besser konnten.  Ich verkaufte die (L)A(h)migas und bezahlte davon meinen voll ausgestatteten PC. Meine erste Commodore Ära ging 1994 zu Ende. 10 Jahre, nachdem ich mich für einen Commodore 64 begeisterte.

 

Kapitel 8 – PC und andere Sünden

Versteht mich nicht falsch, ich habe meine Commodore Zeit nie vergessen. Aber die folgenden Jahre waren einfach zu fortschrittlich um in Nostalgie zu schwelgen. Der PC als Heimcomputer wurde fester Bestandteil in meinem Leben. Beruflich in der IT, privat in Sachen Games wie Duke Nukem 3D, DOOM, Rise oft he Triad, Half Life, Counter Strike, Quake, Unreal etc.

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Half Life Death Match Szene

Hinzu kam, dass online sein durch DSL immer populärer wurde. Ebenso die Multiplayer-Games. Von 1998 – 2004 war ich aktiver Half Life Death Match Spieler und gründete ´99 einen eigenen Clan, der auf E-Sports Niveau spielte. LAN Partys waren auch sehr angesagt und häufig.

Für Apple konnte ich mich nie begeistern, außer wenn ich im Tonstudio arbeitete. Da war es, neben Pro Tools, Standard einen Mac und Logic Audio zu haben.

Aber nach so vielen Jahren PC war ich nur noch gelangweilt. Nach Half Life 2 bin ich aus dem Zocken ausgestiegen. Je realistischer die Spiele wurden, desto mehr lehnte ich sie ab. Realität habe ich genug um mich herum. Bei Half Life hatte ich das „Blut“ immer in der Config-Datei ausgeschaltet, stattdessen flogen dann immer Schrauben und andere Sachen beim Frag des Gegners durch die Gegend. Da hat sich ein Frag auch nicht wie töten angefühlt. Heutzutage ist das schon ziemlich krass. Es stößt mich sogar ab. Ab und zu spiele ich noch Half Life über Steam. Bei gelegentlichen LAN Partys noch Serious Sam I & II.

 

Kapitel 9 – Emulation ohne Reaktion

xc.pngEs war mittlerweile 2013, also jetzt  30 Jahre (!) nachdem ich den C64 für mich entdeckte, bekam ich von einem Freund einen Competition Pro USB mit einer Emulator CD zum Geburtstag geschenkt. Ich installierte alles auf meinem Laptop und freute mich zuerst. Dann nicht mehr. Dieses Feeling von früher wollte nicht mehr einsetzen. Ich dachte, es liegt daran, dass ich mich mit der Zeit so verändert habe. Aber später sollte ich eines Besseren belehrt werden.

 

Kapitel 10 – Recall

Irgendwie scheint es ein allgemeines Phänomen zu sein, oder ist es biologisch vorprogrammiert, dass „wir“ die alten Computer wiederentdecken auf denen wir mal angefangen haben? Gott und die Welt rennen los um Geld für 30 Jahre alte Technik auszugeben. Noch besser, mittlerweile habe ich genug Menschen kennengelernt, die ihre alten Kisten nie verkauft und sogar eifrig gesammelt haben, als man i.A. Commodore Computer für 10 DM bzw. 10 Euro und weniger bekommen hat.

In einer lauen Sommernacht im Juli 2015 dachte ich über Computergeschichte nach. Die Sterne leuchten am Himmel und ich sah das Commodore Sternenbild leuchtend im Dunkeln. Ja ok, Spaß beiseite! Ich dachte über Betriebssysteme nach und dass man früher nur einschalten musste ohne Sachen wie Betriebssysteme und Updates installieren zu müssen. Mir fiel mein erster Commodore Computer ein. Mein kleiner C116. So trist wie ich ihn damals fand, so sehr wollte ich wieder einen haben. Also machte ich mir den Spaß einen auf eBay zu erwerben. Spontan und viel zu teuer. Dieser kam so mies verpackt an, dass das Netzteil innen auseinandergefallen ist und ich beim Einschalten lediglich das rote Lämpchen kurz aufglimmen sah.

Mit dem Wissen was ich heute, 2017 besitze, war das lediglich der Reststrom im Gerät. Das Netzteil konnte gar nicht mehr funktionierten. Wie sich später herausstellte, war auch der TED defekt und ich zahlte noch eine Menge „Lehrgeld“ bis das Ding endlich funktionierte. Repariert und dann wieder defekt.

Aus Frust meldete ich mich im Forum 64 (www.forum64.de) an. Dort fand ich schnell Hilfe. Sogar ein User, der mir kostenlos, meinen C116 so modifizierte, dass er sehr lange halten wird. Gerrit sei Dank. 😉

Ich dachte mir, stellst Dir noch einen C16 hin, für alle Fälle. Gesagt, getan. Das wars? Oh nein! Aber auch nur für den Notfall, könnte man sich ja einen C64 noch „auf Lager legen“. Natürlich möchte man ja nicht ohne Möglichkeiten dastehen, wenn mal eins der Geräte mal kaputt geht. Also war es für mich nur logisch, die Modelle auf Vorrat zu kaufen.

C64, C16 und C116 sind toll, aber da gab es ja noch andere tolle Modelle. Plus/4, VIC20, Amiga 500, Amiga 600, Amiga 1200 und Amiga 2000. Und weil es so schön war, Atari ST und Atari 2600. Letzteres Ausnahmsweise eine Konsole, um der alten Zeiten willen (inkl. Pitfall und Pac Man natürlich).

Daraus ergab sich auch eine Art Zweck-Hobby. „Zweck“ weil ich es als Notwendigkeit bzw. ein MUSS ansehe, dass solche alten Computer Wartung, Pflege und Reparatur brauchen. Ich musste vieles neu lernen. Unter anderem einfaches Löten. Leute, die nicht in der „Retro-Szene“ aktiv sind, meinen immer ich wäre voll der Pro, aber im Gegensatz zu den richtigen Experten und Lötkünstlern bin ich ein Noob. Ohne deren Hilfe würde ich wohl mehr kaputt machen als heile.

Ein zusätzlicher positiver Effekt war, dass ich eine Menge netter Leute kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen habe. Die Hilfsbereitschaft untereinander ist gefühlt höher als bei anderen Interessengemeinschaften.

Hinzu kommen die Retro-Veranstaltungen. Mein persönliches Highlight jedes Jahr ist die  3-Tages Party der DoReCo. Einmal im Jahr nehme ich mir ein Wochenende frei vom Papa sein und habe dort Spaß mit den anderen Verrückten. Was die Orga der DoReCo jedes Jahr auf die Beine stellt, ist eine megastarke Leistung in jeder Hinsicht. An der Stelle auch nochmal meinen Dank dafür. Mittlerweile liebäugle ich mit der LuheCon, als zweites festes Retro-Event jährlich. Das sieht sehr vielversprechend aus dort.

Ich habe einige Commodore Systeme zu Hause fertig aufgebaut. Und sie tun das, was ich von ihnen erwarte. Sie geben mir ein gutes Gefühl, welches ich lange verloren geglaubt habe.

 

Epilog – Zu guter Letzt

Wer auch Lust bekommt an alte Zeiten anzuknüpfen und sich einen „Retro-Computer“ zulegen möchte, sollte sich die hier zusammengefassten Links mal anschauen.

 

Informationen, Hilfe und Austausch:

Forum 64 – Das deutsche Forum welches man kennen sollte

www.forum64.de

C64 Wiki – Das Wiki rund um die Welt von Commodore

www.c64-wiki.de

plus4 world – Die Seite für (s)einen C16, C116 und plus/4

www.plus4world.com

 

Treffen

DoReCo – Die Dortmunder Retro Computer Treffen / Party

www.doreco.de

LuheCon

https://www.forum64.de/index.php?board/400-luhecon/

 

Unterhaltung aus der Retro-Szene

Der Retroluzzer – Spiele angespielt, lustig und unterhaltsam

https://www.youtube.com/user/Retrowurst1974

Radio Paralax – Webradio für Spielemusik, Chiptunes, Demoszene ..

www.radio-paralax.de

 

Gutes Zubehör

Individual Computers

https://icomp.de/shop-icomp/de/news.html

 

Grüße an die Szene und außerhalb

Dusk (Tarkus Team), Lynx (Triad), cRAZy/radwar, tRSi, mad^bkn (Bauknecht), Ronne, Anthony W.,  Fulgore, Der Retroluzzer, CapFuture1975, war64burnout, Paralax, Plus4_fan, cbm-warrior, Segenhard, RetroRonny, GI-Joe, SamW, Daimansion, androSID, ZeHa, Arcadestation, HOL2001, Telespielator, Shodan, Gerrit, DoReCo-Orga-Team und last but not least – Bernd Wolff.

 

Quellangaben

Bilder/Pictures Quellen/Sources

 

Von Glück, Moral und Grausamkeiten

Posted in Allgemein on Oktober 15, 2015 by andrefedorow

„Der Glaube an die Zukunft fängt mit dem Zweifel an allen bisherigen Wahrheiten an.“

Es ist Zeit nachzudenken. Für jeden von uns. Egal ob Mann oder Frau, Junge oder Mädchen. Nehmt Euch einen Moment Zeit und lehnt Euch zurück. Schließt die Augen und denkt über Euer Leben nach. Über unser Leben .. über DAS Leben. Ich mache mir schon Jahrzehnte Gedanken über das Leben und worin der Sinn besteht. Ich kann keine Antwort auf den Sinn geben, nur was es besser macht – was für ein Glück einige von uns haben und wie das Leben gleichzeitig so ungerecht und grausam ist.

Ich las gestern die Geschichte über einen todkranken Vater der seine neugeborene Tochter in den Armen hielt, als er starb. Ich lese immer wieder über misshandelte, missbrauchte und getötete Kinder. Von ihren eigenen Eltern oder von Verbrechern aus niederen bzw. religiösen Motiven. Ich lese über religiösen Fanatismus, dem unmenschliche, unsagbar grausame, Taten vorausgehen. Die Welt spielt verrückt. Und jeder Hinsicht herrscht ein unglaublicher Egoismus vor. Wir werden verraten, von den Regierungen dieser Welt, der Macht und des Geldes wegen. Es zählt nicht mehr der Mensch. Geblendet vom medial eingetrichterten Materialismus, der seit Jahrzehnten gesellschaftsfähig gemacht wurde.

Wir haben verlernt menschlich zu sein. Wir haben verlernt was es heißt, Freunde zu sein. Moral und Ethik sind bald auch nur noch Relikte vergangener Zeit. Selbst der von mir geschätzte Friedrich Nietzsche meint das Moral eine Erfindung der Schwachen sei. Obwohl ich ihm in vielen Sachen zustimme, kann ich es hier nicht. Moral ist ein wichtiger Aspekt, gerade als weiterentwickelter, komplexerer Mensch der Gegenwart. Manchmal habe ich das Gefühl, ein Großteil der Leute bleibt irgendwie bei dem Prozess auf der Strecke. Und viele können nicht mal was dafür. Die Weitergabe von Moral und Ethik ist Aufgabe von Eltern, aber auch der Gesellschaft.

„Früher sagte man über alle Moral: ‚An seinen Früchten erkennt man den Baum‘.
Ich meinerseits sage über die Moral : ‚An der Frucht erkenne ich den Boden, aus der sie gedieh‘.“

Während die Einen immer mehr verblöden und die Anderen sich ihre elitäre Welt aufbauen, vermisse ich die Normalität einer weitestgehend heilen Welt. Etwas, was wir als sicherheitsbedürftige Individuen immer und jederzeit bewusst oder unbewusst suchen. Ich habe mich lange geweigert, ein Kind in die Welt zu setzen. Das hatte verschiedene Gründe, aber einer davon ist nunmal, das ich von unserer „Welt“ .. unserem Leben keine allzugute Meinung habe. Wobei an dieser Stelle einer der wichtigsten Aussagen zur Sprache kommt. Nämlich, dass wir es noch vergleichsweise (noch) gut haben. Gerade in solch einer Industrienation wie Deutschland im Vergleich zum Rest der Welt.

Ist Euch eigentlich bewußt, dass wir vergleichsweise in paradiesischen Verhältnissen Leben? Fast alle haben ein Dach über den Kopf, ein Handy, immer was zu Essen. Und wenn wir krank sind, gehen wir zum Arzt und werden behandelt. Das ist alles keine Selbstverständlichkeit. Wir bekommen Kinder und erhalten Unterstützung seitens des Staates. Kindergarten und Schule. Und jetzt mal ehrlich. Ich bin auch mal knapp bei Kasse, aber ich kann auch nach kaufland gehen und mir für nicht mal einen Euro Brötchen holen. Wenn man die 2 – 3 Stück weggemampft hat, ist man pappesatt. Jetzt werden viele sagen, aber wo ist die Butter … wo ist die Wurst? Schonmal dran gedacht, dass es unsagbar viele Menschen gibt, die nicht mal eine Hand voll Reis für den Tag haben, wenn überhaupt ? Und wir kriegen schon Panik wenn der Kühlschrank nicht Käse und Wurst bestückt ist, oder die Kühltruhe mit sonst was an Fleisch, Gemüse etc. WOW, was für ein Luxusproblem. Ist Euch das eigentlich bewusst. Führt Euch das mal langsam vor das geistliche Auge. Gerade wenn man der Meinung ist, man hat nur noch 20 Euro für den Restwoche am Monatsende. Satt werden wir immer.

Ich selbst bin da auch nicht befreit von. Da sitze ich alleine in meiner 70 Quadratmeter Wohnung bin bin verbittert, dass ich es nicht zu einem Eigenheim geschafft habe. Während ich gar nicht weiß, was ich gucken soll, auf meinem großen Flachbild TV mit Netflix, Watchever und BluRay etc pp. Neid und Materialismus .. mal wieder.

Aber eins kann ich Euch sagen. Liebe und Menschlichkeit sind definitiv der Schlüssel zum Glück. Nicht unser Bankkonto, nicht unsere Klamotten und vor allen Dingen nicht eine Definition über Job und Karriere. Wenn ich mit meinem kleinen Sohn zusammen bin, weiß ich, das er der Schlüssel zu meinem Glück auf dieser Welt ist. Die Liebe zwischen zwei Menschen. Die Liebe zwischen den Menschen sollte oberstes Gebot sein. Ich weiß, ein bisschen zu idealistisch gedacht, aber es ist die Wahrheit. Seit einfach dankbar für Eure Gesundheit, für das Essen und den Umstand, dass wir als im Verhältnis zum Rest der Welt als kleine Gruppe von Menschen so gut Leben können. Und glaubt mir, jeder Tag den wir so verbringen ist ein Geschenk.

Und wieder muss ich an den todkranken Vater denken, der seine Tochter noch in den Armen halten konnte, bevor er endgültig starb. Das Leben ist nicht schön, es ist hinterhältig, grausam und ungerecht. Nur Wenigen ist ein Quäntchen Glück vergönnt. Aber auch das ist begrenzt. Denkt mal drüber nach ….

Valentinstag … oder nicht?

Posted in Allgemein on Februar 14, 2015 by andrefedorow

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Und es geht schon wieder los, es ist der 14. Februar – Valentinstag. Jedes Jahr finde ich in meiner Facebook & Twitter Timeline zwei Gruppen von Menschen. Die einen bekunden Ihre Liebe und Zuneigung und die Anderen ihren Frust und Anti-Einstellung.

Pärchen-Argumente wie: „Man sieht sich den Rest des Jahres auch jeden Tag, also warum dann genau an dem Tag Blumen schenken, wenn man das auch den Rest des Jahres tun kann“ ziehen bei mir nicht. Ich hoffe nämlich, dass man genau das als liebender Partner tut – sich auch den Rest des Jahres um seinen Partner liebevoll kümmern. Ist das nicht eine Grundvoraussetzung?

Trotzdem kann man einen sich anbietenden Tag wie den 14. Februar durchaus, unter dem Motto der Liebe, zelebrieren. Und das gilt nicht nur für Paare. Liebe findet man überall. Als (Single-)Vater verbringe ich den Tag z.B. vorzugsweise mit meinem Sohn.

Mein Lieblingsargument der „Anti´s“: „Das ist eine Erfindung der Blumenindustrie.“. Nein, ist er nicht. Der Tag hat eine fast tragisch-romantisch, Vorgeschichte:

Valentin von Terni, traute Liebespaare im 3. Jahrhundert entgegen dem Verbot von Kaiser Claudius den Zweiten. Sein Glaube an die Liebe stellte er über sein eigenes Leben. Leider endete dies an einem 14. Februar, als er deswegen hingerichtet wurde.  Ich wette die Blumen-Lobby des 3. Jahrhunderts steckte dahinter, um endlich einen Grund zu kreieren, den Umsatz ihrer Blumenzucht künftig und für alle Zeiten zu steigern. Experten sprechen auch von der Fleurop-Verschwörung. 😉

Wir haben für jeden Anlass einen Tag. Und es kommt in Mode, alles kaputt zu machen, je nach persönlicher (vermeintlicher) Toleranz. Einige die den Valentinstag bashen, feiern aber mit Vorliebe andere Tage. Wie zum Beispiel den Muttertag und fangen dann aber später schon wieder an, Ostern und Weihnachten zu dissen.

Natürlich versucht der Warenhandel aus jedem Anlass einen Vorteil zu ziehen. So ist das nun mal heutzutage im westlichen forcierten Kapitalismus. Ich hab Anfang der Woche schon wieder Osterhasen im Regal gesehen.

Jeden Tag posten Leute, wie toll es ist, auf dem Klo zu sitzen, was sie kochen, ihren Fremdenhass, ihren Frust, ihre Anti-Einstellungen usw. Es gibt soviel Belangloses, Negatives und Trauriges mit dem wir täglich konfrontiert werden. Gerade wo Menschlichkeit vorherrschen sollte, gibt es unsagbare Grausamkeiten.

Es geht für mich um Traditionen, die wir über Jahrhunderte bewahrt haben. Und die sind bei Weitem nicht die Schlechtesten . Aus meiner Sicht sind alle „Liebesbekundungen“, heute am 14. Februar, kleine Lichter der Hoffnung am dunklen Himmel der Gleichgültigkeit.

Vatertag No.2

Posted in Allgemein on Juni 1, 2014 by andrefedorow

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Der Tag danach …

Durch das Fenster scheint die Abendröte des Tages. Das tägliche Schauspiel „Nacht schlägt Tag“ endet ausnahmsweise mal in romantischen Farben. Und wieder packt mich die Melancholie, welche zum Nachdenken anregt. Meine Gedanken, kreisen wie immer, um den Mittelpunkt meines Lebens. Meinen geliebten, 22 Monate jungen, Sohn David. Ich frage mich, wie es ihm geht und was er gerade macht. Dabei war er erst gestern bei mir. Ich vermisse ihn so sehr. Ich mache oft mein Handy an, weil ein Bild von ihm als Hintergrundbild gespeichert ist. Oft drücke ich nur einmal kurz auf mein Telefon, um ihn zu sehen. Es gibt mir das Gefühl, ein Stück von ihm ist immer bei mir. Und ich möchte immer bei ihm sein. Ich habe das Glück, ihn jederzeit sehen zu können, auch außerhalb der für ihn fest reservierten Tage am Wochenende. Ich hole ihn nicht nur am Wochenende zu mir, sondern besuche ihn auch in der Woche so oft ich kann. Denn jeder Tag ohne ihn, ist ein verlorener Tag für mich. Ich gebe ihm soviel Liebe wie ich kann und er spürt es. Je älter er wird, desto mehr zeigt er es. Er möchte, dass ich überall dabei bin wenn er z.B. irgendwo spielt. Oft setzt er sich auf meinen Schoß und deckt sich mit einem meiner Arme zu. Wir sitzen oder liegen oft so aneinander gekuschelt, während wir Fernsehen schauen, oder ich ihn eine Geschichte erzähle. Egal ob er Mittagsschlaf macht, oder Abends ins Bett geht, ich bin immer an seiner Seite, sprichwörtlich und symbolisch. Und wenn ich irgendwann nicht mehr bin, ist meine Liebe, die ich ihm gegeben habe, ein Bestandteil von ihm. Denn wahre Liebe überwindet alles.

Morgen ist er wieder bei mir. Strahlende Augen, viel Lachen und kleine Händchen die mich festhalten und überall hinführen. Als Erwachsener hat man das Kribbeln im Bauch fast verloren, wenn man sich auf etwas sehr freute, als man noch ein Kind war. Doch David gab es mir zurück. Ich freue mich schon sehr auf morgen.

… noch 1x Schlafen … 😉

Wie ist man(n) ein guter Vater?

Posted in Allgemein on Februar 21, 2014 by andrefedorow

von André Fedorow

Die Frage

daddyNach Fragen wie zum Beispiel „Was war zuerst da: die Henne oder das Ei?“, mit deren Antwort sich schon Größen wie Plutarch oder Aristoteles beschäftigten, leitet mich eine ebenso Gewichtige. Die Frage „Wie werde ich ein guter Vater?“ lässt sich nämlich nicht damit beantworten indem man Alles der Mutter aufhalst und sich damit brüstet mal den Kinderwagen geschoben oder eine Stinkbombe unter dem Strampler gewechselt zu haben. Dabei ist man weder ein Softie oder entfernt sich von seinem so wohlbehüteten Testosteron. Ein guter Vater zu sein gehört so ziemlich zu den männlichsten Dingen im Leben eines Mannes.

Wo fange ich an?

Was muss also ein Papa haben, um zu den berühmten TOP 2 seines Kindes zu gehören? Ein guter Anfang wäre sein Kind schon zu lieben während es noch bei Mama im Bauch campt. Aber auch später ist Liebe eine unbedingte Grundvoraussetzung seitens des Vaters. Ich bin immer wieder darüber erschrocken, wie wenig manche Männer für ihre Kinder übrig haben. Jeder Tag ohne meinen Sohn ist ein verlorener Tag. Wenn ich für mich spreche, empfinde ich meine Liebe zu meinem Sohn als bedingungslos. Was Einem eigentlich als Emotion und Beschützerinstinkt natürlich mitgegeben sein sollte. Ich denke, Liebe zu dem Kind qualifiziert einen Mann lediglich um potentiell ein guter Vater zu sein. Aber es ist nur ein Anfang.

„Du bist doch ein guter Vater!“

Das sagt man oft zu Männern. Leider entgleitet diese ehrende Aussage der Gesellschaft nur zu schnell ohne zu wissen, was wirklich hinter verschlossener Türe passiert. Meine Mutter sagt immer „Unter jedem Dach wohnt ein ´Ach!´“. Als Mann wird man schnell diesbezüglich positiv beurteilt. Wenn man zum Beispiel mal eine halbe Stunde auf den kleinen tasmanischen Teufel aufpasst, damit sich Mama schnell baden darf. Und nimmt man die kleine Prinzessin mal außerhalb der Norm zwischendurch auf den Arm ist man gleich „Super-Daddy“. Das Schlimmste dabei ist, die Männer glauben das auch irgendwann. Ich war zeitweise nicht anders. Aber, liebe Freunde, macht Euch schon mal von diesem Gedankengut frei.

Zeitreise in die Vergangenheit

Warum ist das so? Im Grunde empfinde ich es nachhaltig als Beleidigung, dass wir Männer nur all zu schnell positiv beurteilt werden, während Alles, aber wirklich ALLES, der Mutter abverlangt werden soll. Traut man uns es nicht zu nahezu alle Tätigkeiten einer Mutter mit oder ganz zu übernehmen? (Mal abgesehen vom Stillen, wenn es ein Stillkind ist). Vieles von diesen Schnellbeurteilungen hat meines Erachtens den Ursprung in der Vergangenheit.
Sicherlich, die 50/60er Jahre geprägte „Generation Mann“ hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Grund- und Schuldfrage lasse ich mal bewusst außen vor. Fakt ist, diese althergebrachten „Vaterfiguren“ von damals haben nicht nur ausgedient, sondern waren auch von Grund auf pädagogisch nicht zu gebrauchen. Folgendes Fallbeispiel trifft sicherlich nicht auf jeden Vater der „alten“ Generation zu, aber mir zugetragene Rückblicke auf die 50/60er Jahre lassen immer wieder ein bestimmtes Vaterbild erkennen: Der Vater kommt von der Arbeit nach Hause und kriegt sein Essen serviert, während  die Frau den ganzen Tag den Haushalt gemacht, die Kinder versorgt und erzogen hat. Für die Kinder herrschte die Regel den Vater erst mal gar nicht anzusprechen. „Der Mann braucht Ruhe!“ Er ist der Ernährer, hat das Sagen und ist die Autoritätsperson Nummer 1. Irgendwann lässt er sich dazu herab sich mit seinen Kindern zu beschäftigen. Was soviel hieß wie „Warst Du artig?“, „Hast Du Deine Hausaufgaben gemacht?“, „Ich hab Dir doch gesagt …“ etc.! Er war auch derjenige, der vorrangig die Kinder in Form von Schlägen „züchtigte“ wenn es aus Sicht der Eltern einen Grund gab. Ja, das ist garantiert das, was ein kleines Kind bzw. Teenager braucht, eine männliche Gallionsfigur, zu der man mit ängstlichem Respekt aufblickt. Kein Wunder, dass viele von diesen Typen in der heutigen Zeit nicht mehr zurechtkommen. Die wissen so viel von  „Attachment Parenting“ wie ein Streichholz von einer Supernova.

Zwischenstand – Zucker auf der Ersatzbank

Was haben wir bisher gelernt? Ja richtig! Liebe ist Grundvoraussetzung und wir lassen uns nicht auf die mit Zucker übersäte Ersatzbank schieben, indem wir uns mit Sätzen „Du bist doch ein toller Daddy“ einlullen lassen. Das verdienen wir uns erst mal, Männer!

Die perfekte Zwei für die Eine

Ein Kind braucht ausgeglichene Verhältnisse. Es bringt der Entwicklung des kleines Menschens gar nichts, eine gestresste Mutter zu haben. Fast täglich erlebe ich schreiende Mütter (Spielplatz, Strasse etc.), die mit ihren Kindern überlastet sind. Viel Geheule seitens der Kleinen, die im Grunde missverstanden werden. Daraus resultiert ein Fehlverhalten, welches ein Elternteil nicht mit Bedacht auffangen kann. Aus diesem Betrachtungswinkel, Einer unter vielen, ist es sehr wichtig, dass Mama und Papa ein TEAM sind.
Wir als Väter sollten Lernbereitschaft zeigen, alle Pflichten der Fürsorge zu 100% zu übernehmen. Das fängt beim Windel wechseln an, geht über Waschen, aktiven Spielen, Aufpassen bis hin zum Geben der Flasche und ins Bett bringen. Bei Stillkindern müsste natürlich optimalerweise abgepumpte Muttermilch in der Flasche sein. Ich denke wir als Väter müssen fast übergangslos das Ruder übernehmen können. Es vertieft nicht nur die Bindung zum eigenen Kind, sondern sorgt auch für Ausgleich bei der Mutter. Idealerweise entwickelt sich zwischen den beiden Elternteilen eine positive Routine. Was beide letztendlich zu einem Team formt.
Natürlich wäre es am Besten, wenn beide Elternteile noch zusammen wohnen und verstehen würden. Das ist leider oft nicht der Fall. Aber auch hier gilt – verhaltet euch immer so, wie es das Beste für das Kind ist. Wenn Einer von Beiden natürlich durch versteckte Boshaftigkeit oder Desinteresse glänzt, wird das mit dem Team natürlich schwierig. Schlecht für das Kind, und für den aus der Reihe tanzenden Elternteil hab ich nur ein Wort über: „Arschloch!“ – egal ob männlich oder weiblich.

Tagesgeschäft

Als ich mich voll in das Tagesgeschäft der Mama mit eingeklinkt habe, konnte ich meinem Kind meine Liebe viel besser zeigen. Je mehr Zeit ich mit meinem Kind verbrachte, desto mehr lernte ich auch über das Wesen des kleinen Erdenbürgers. Verhaltensweisen, Mimiken und Blicke zu deuten stellte sich ebenso ein wie potentielle Gefahren im Haushalt zu erkennen (geht ab dem großen Krabbeln los). Ebenso wichtig ist der Umstand, dass Kuscheln nicht nur Sache der Mama ist. Du darfst und sollst auch zeigen, dass Papa genauso viel Gefühl hat wie Mama.

Zwischenstand – Telepathie?

Fast! Ein guter Papa nimmt nicht nur der Mama soviel es geht ab, sondern liest auch empathisch in seinem eigenen Kind. Spätestens wenn Ihr erkennt, dass das schelmische Grinsen auf dem Gesicht eurer kleinen Lieblinge bedeutet „Was mache ich als Nächstes?“ seid Ihr schon ein Stück weiter.

Das Baby geht – das Kleinkind kommt

Nur zu schnell ist die Zeit des Babyseins vorbei. Krabbeln, dann Laufen. Und spätestens dann heißt es seinen Hintern hoch zu kriegen, denn jetzt kommt ein weiterer wichtiger Baustein für den „guten Papa“. Das Kind nimmt jetzt viel aktiver an seiner Umwelt teil. Laufen, Sprechen und maßgebliche soziale Interaktionen mit uns Eltern, aber auch mit Spielkameraden im gleichen oder ähnlichen Alter. Kinder lieben es zu spielen, egal wie und mit was. Mein Sohn liebt es raus zu gehen. Laufen und die Welt erkunden. Als Vater sollte man sich jetzt schon ab und zu was einfallen lassen, um sein Kind aus dem Kinderzimmer zu holen. Zeige Deinem Kind das, was es sonst nicht oder selten sieht. Was nicht heißt, dass normales Spielen drinnen und draußen außer Acht gelassen werden sollte. Wie schon vorhergehend gesagt, hat man eine Bindung zu seinem Kind aufgebaut, erkennt man auch dessen Interessen. Und hier gilt es darauf einzugehen.

Oh, Kind!

Wir Alle kennen das. Man hat schlechte Laune, man ist genervt. Und zu allem Übel kann man es seinem Nachwuchs mit gar nichts recht machen. Jetzt muss ich wieder an die schreienden Mütter denken, ich die bereits erwähnte. Hier gibt es aber auch brüllende Väter. Und um es kurz zu machen: Rumschreien bringt gar nichts. Ruhe bewahren und ergründen warum das Kind bockig ist. Das kann einfach Unzufriedenheit sein oder im schlimmsten Falle eine Erkrankung. Alles ist möglich. Deswegen durchatmen und schauen. Von Schlagen halte ich gar nichts und darüber diskutiere ich auch nicht. Ich verweise nur auf meinen Abschnitt „Zeitreise“ weiter oben.

Die Papa-Show

Gerade beruflich stark eingebundene Väter werden das kennen. Man kommt von der Arbeit nach Hause und schon hängt Einem das Kind am Rockzipfel ………. sagte ich Rock? Da ich in Deutsch schreibe und wir keine Schotten sind, belasse ich diesen Part als Redewendung so stehen. Oftmals sind die nächsten zwei Stunden der „Papa-Show“ gewidmet. Und wenn man müde ist und eigentlich kaum Muße hat auf Alles einzugehen, was einem der kleine Mensch so erzählt und zeigt, darf man eins nie vergessen – und das ist die wichtigste Erkenntnis von Allem: Dein Kind macht das nur so intensiv weil es Dich vermisst hat. Und warum vermisst es Dich? Weil es Dich liebt. Weil es Dir auch oft Dein eigenes Fehlverhalten verzeiht.
Und wenn Du meinst mal wieder „genervt“ von Deinem Kind sein zu müssen, weil es ständig an Dir zieht und übermäßig viel mit Dir kommuniziert, dann halt Dir vor Augen – es passiert aus Liebe. Sei dankbar für die Papa-Show und versaue es nicht! Sei immer da für Dein Kind, egal wie alt es ist. -aF

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Hallo? Mama…hörst Du mich?

Posted in Allgemein with tags , , , , , on Februar 1, 2014 by andrefedorow

Die Mörder im Ärztegewand?

Dieser Artikel stellt meinen vorhergehenden, über den Vatertag, in den Schatten. In den letzten Tagen macht ein Text bei Facebook die Runde. Er ist aus der Sicht eines ungeborenen Kindes geschrieben, was eigentlich auf den ersten Blick einen Kitsch getränkten Kettenbrief vermuten lässt.Dennoch erweckten die Worte meine volle Aufmerksamkeit. Die beschriebenen Gefühle des Kindes sind eher symbolisch zu verstehen, so habe ich das verstanden. Die unbekannte Autorin bzw. der unbekannte Autor hat den Text so gut verfasst, dass selbst mir die Tränen gekommen sind. Unter dem Aspekt habe ich mal etwas recherchiert. Und ich bin hinter eine grausame, unvorstellbare, Wahrheit gekommen. Aber lest zu erst den Text des unbekannten Autors bzw. Autorin.

Weißt Du eigentlich schon dass ich da bin? Ich glaube nicht. Aber sicherlich wird Du Dich freuen. Ich schau mich mal um, ist ziemlich Dunkel hier, aber ich hab keine Angst, ich bin ja ganz nah bei dir und fühle mich wohl. Ich freue mich auf Dich Mama…

6.Schwangerschaftswoche
Heute hast Du erfahren, dass Du einen Untermieter hast und hast Dich so gefreut. Ich war auch ziemlich hibbelig, aber mich spürst Du ja noch gar nicht. Ich bewege mich schon ziemlich fleißig und werde Dich später ziemlich auf Trab halten

8.Schwangerschaftswoche
Mama, meine Finger und Zehen sind jetzt da. Sieht lustig aus. An diesen Hände wirst Du mich nehmen und mich Durch die Welt begleiten, mit meinen kleinen Füßchen wirst Du spielen und wirst mir später auf die Beine helfen. Wir werden bestimmt sehr viel Spaß zusammen haben. Ich frag mich wie Du aussiehst, Mama, eigentlich egal für mich bist Du sowieso die schönste Mama der Welt…Bist Du gespannt ob ich eine kleine Prinzessin oder ein kleiner Prinz bin? Ein bisschen musst Du noch warten Mama

12.Schwangerschaftswoche
Ich bin jetzt völlig „fertig“ Mama und weiß auch schon was ich werde, aber ob ich dir das bei der nächsten Untersuchung zeige, überlege ich mir noch

16.Schwangerschaftswoche
Mama, ist ziemlich laut geworden hier. An Deine warme Stimme hab ich mich schon so gewöhnt, sie ist so weich. Du musst mir später unbedingt viel vorsingen. Du sprichst sehr viel mit mir und streichelt sehr viel über Deinen Bauch, ich spüre das Mama. Ich versuche dagegen zu treten, aber ich glaub dafür muss ich etwas stärker werden. Dein Herz schlägt ruhig und regelmäßig, es beruhigt mich. Schon heute ist es mit soviel Liebe für mich gefüllt. Ich liebe Dich auch Mama…

18.Schwangerschaftswoche
Heute hast Du erfahren, dass ich eine kleine Prinzessin bin. Hast Du Dich gefreut Mama? Die Ärztin hat ziemlich lange gebraucht um das raus zu finden, ich hab mich ziemlich gut versteckt, nicht wahr Mama?
Ich glaube Du freust Dich sehr, Du warst danach ziemlich hektisch, warst Du etwa schicke Sachen für mich kaufen?
Heute hab ich Dich getreten und Du hast es gespürt, die Freude war groß nicht war Mama?! Ab jetzt trete ich Dich öfter, wenn ich dir damit eine Freude machen kann, dann tu ich das gerne!
Bald soll eine große Untersuchung stattfinden, ob ich auch völlig gesund bin. Du brauchst dir keine Sorgen machen Mama, mein kleines Herzchen schlägt fleißig, ich bin ziemlich aktiv, ich fühle mich wohl und Du passt ja so gut auf mich auf und bist so liebevoll, da wird schon alles gut gehen…

22.Schwangerschaftswoche
In der Nacht warst Du sehr unruhig, Mama, ich hab das gespürt. Mach dir doch nicht so viele Sorgen, es wird schon alles gut gehen…
Oh man, war das eine Untersuchung. Der Arzt hat aber ziemlich lange gebraucht und hat ziemlich dolle auf Deinen Bauch gedrückt, das hat mir gar nicht gefallen Mama. Ich hab immer dagegen getreten, ich hoffe ich hab dir nicht wehgetan?
Endlich vorbei, aber warum freust Du Dich nicht Mama? Stimmt etwas nicht mit mir?
Du weinst schon die ganze Zeit Mama, das macht mich traurig…Bald soll schon wieder eine große Untersuchung sein, das ist anstrengend Mama, aber wenn Du Dich dadurch wieder besser fühlst dann lohnt es sich doch…

Mensch Mama, das war bist jetzt die schlimmste Untersuchung. Mit was für einem spitzen Gegenstand hat der Arzt Dich denn am Bauch gepiekt?

Endlich haben wir auch das hinter uns gebracht, aber Du weinst immer noch Mama. Bestimmt hast Du Dich auch so erschrocken wie ich. Aber jetzt ist es ja vorbei.
Ich möchte dass Du wieder mit mir sprichst und vor allem lachst, Du lachst so schön Mama und dann bewegt sich auch Dein Bauch, das macht so ein Spaß…

Mama, heute hat dir der Arzt gesagt, dass ich etwas anders bin als die anderen Kinder.
Glaub das nicht Mama, schau mal ich habe zwei Arme und zwei Beine, ich sehe ganz normal aus. Der Arzt hat wahrscheinlich keine Ahnung. Er meinte, ich wäre zwar lebensfähig aber würde mich sehr langsam entwickeln, ist doch egal, oder Mama. ich werde euch doch trotzdem sehr viel Freude machen.
Er meint, ich würde niemals selbstständig sein, immer bei euch bleiben und ihr müsstet mich immer unterstützen. Das ist doch kein Problem, oder Mama? Und die Zeit, die er euch gegeben hat um euch für oder gegen mich zu entscheiden, kann er sich auch an den Hut stecken. Wir lassen uns doch nicht unterkriegen, wir schaffen das doch gemeinsam.
Ok, vielleicht werde ich anders sein als andere Kinder, aber so bin ich dann nun mal. Ich werde langsamer sein als andere, einiges werde ich vielleicht viel später lernen oder auch nicht, aber ich werde euch immer lieben und werde dankbar sein für die Liebe und Unterstützung, die ihr mir gibt.

Ich freue mich Mama, obwohl ich spüre das Du noch angespannt bist, streichelst Du Dein Bauch nun sehr oft. Ich freue mich und trete dagegen. Aber warum weinst Du dann Mama? Bestimmt sind das Freudentränen. Mann, ich bin so gespannt, auf Dich, auf Papa, auf unser Zuhause.

Heute wollt ihr noch mal zu diesem Arzt und ihm die Entscheidung mitteilen. Ich freue mich, wenn dieser ganze Stress endlich vorbei ist und wir wieder glücklich werden. Du kannst dann noch die Zeit mit mir im Bauch genießen, Ok ihr werdet bestimmt etwas brauchen um euch neu auf mich einzustellen, aber bis jetzt habt ihr das so toll gemacht mit mir Mama. Vielleicht bin ich deshalb ein `besonderes` Kind, weil der lieb Gott weiß das Du auch das bewältigst. Danke Mama, danke dass Du mich behältst. ich hatte schon etwas Angst, dass Du mich nicht mehr haben willst, aber nun gehst mir wieder gut und ich freue mich auf das Leben mit dir.

Mir geht’s nicht gut Mama…Mir ist so kalt, ich hab mich noch nie so gefühlt in Deinem warmen Bauch. Ich habe keine Kraft mehr, ich würde dir gerne gegen den Bauch treten, aber ich schaffe es nicht. Ich bin sooo müde Mama, ich würde gerne wieder am Daumen nuckeln und mich besser fühlen, aber ich bin so schwach Mama. Ich spüre Hände auf Deinem Bauch, Mama, aber es sind nicht Deine. Die sind nicht so warm und liebevoll wie Deine Hände. Ich höre Stimmen, aber Deine ist nicht da, ich spüre aber wie Du leise weinst.

Mama, mein Herzchen macht das nicht mehr mit. Nun weiß ich dass Du Dich doch gegen mich entschieden hast. Aber ich bin dir nicht Böse, Mama. Wahrscheinlich hattest Du einfach nur Angst, Angst vor dem Ungewissen.
Bitte hör nun auf zu weinen, ich nehme es dir nicht übel. Ich habe Deine Liebe gespürt, Du hattest so viel davon in Deinem Herzen. Für mich hat es leider nicht gereicht, Mama. Ich gehe nun ganz still aus Deinem Leben, aber werde Dich nie vergessen. Vergiss mich auch nicht Mama, denke an unsere schöne Zeit, bevor Du erfahren hast, das ich etwas anders bin. Das soll kein Vorwurf sein, Mama. Du hast Dich wahrscheinlich richtig entschieden. Ich wünsche dir noch viele Babys, die nicht anders sind, denn Du wärst bestimmt eine ganz tolle Mama, mit der man sehr viel Spaß hat. Ich liebe Dich und weiß dass Du mich eigentlich auch ganz dolle lieb hast.
Ich komme bestimmt in den Himmel, aber keine Angst Mama, ohne Dich gehe ich nicht rein. Ich werde vor der Himmelpforte auf Dich warten. Warten auf eine Zeit, in der wir wieder vereint sind.

Ohne Dich wäre der Himmel nur halb so schön…

Es geht hierbei um Spätabtreibungen. Das ist eine Sache, von der ich bis zu diesem Zeitpunkt nichts gewusst habe. Mir war klar, dass es Abtreibungen gibt – bis zur 14. Schwangerschaftswoche. Allein das ist schon ungeheuerlich, wenn man bedenkt wie weit der Fötus bis dahin bereits entwickelt ist. Früher habe ich das zwar anders gesehen, aber ich empfinde eine Abtreibung, weil man keinen Bock auf das Kind hat, als Mord. Es mag ggf. Ausnahmegründe geben, aber das ist nicht das Thema, was ich hier in diesem Artikel aufgreifen möchte. Im Grunde ist die Zerstörung von Leben Mord.

Es geht um Spätabtreibungen, was für mich „ohne wenn und aber“ Mord mit Vorsatz ist. Egal ob das Kind behindert ist, wer sind wir, zu entscheiden ob es Leben etwas wert ist oder nicht? Schonmal geschaut was bei einer Spätabtreibung so passiert?

Sogenannte Abtreibungsärzte wenden u.a. folgende Prozeduren bei Spätabtreibungen an (stark vereinfacht dargestellt, nicht alle in Deutschland zulässig):

– Mit einer langen Nadel sticht man durch die Bauchdecke bis in die Fruchthöhle hinein, um das Herz des Kindes letztendlich zu treffen. Mit einem Schuss extrem hoher Dosis Kalium in das winzige Herz bringt man es quasi zum erliegen. Dieses Prozedere ist der Abschluss eines Anderen (Protaglandine) und dient nur Absicherung, das das Kind auch wirklich tot ist.

– Alternativ dazu wird mit der langen Nadeln die Fruchthöhle mit hochprozentigen Alkohol „befüllt“, damit dieser sich mit dem Fruchtwasser vermischt. Das ist für das Kind hochgradig giftig und ist fast wirkungsvoller als die vorher genannte Prozedur.

– Bei größeren Babys, was bei der 22. Schwangerschaftswoche nicht unmöglich ist, wird ein Kaiserschnitt gemacht. Zumeist sind die Kinder noch am Leben, aber auf ärztliche Hilfe können sie lange warten. Schließlich wurden sie zum Sterben auf diese Welt „geholt“.

– Die Krönung diese Grausamkeiten ist das „zerschneiden“. Der Kindermörder im weißen Kittel sorgt dafür, dass das Kind sich dreht und er es an einem Bein herausziehen kann. Ist der Kopf zu sehen, schneidet er das Genick auf und saugt das Gehirn ab. In der Fachsprache nennt man das „Partial-Birth Abortion“

Ich muss zugeben, ich war fassungslos entsetzt, dass so etwas legal praktiziert wird. Und zwar vom Gesetz her bis über den 5. Schwangerschaftsmonat hinaus.

(Das ist ein Bild eines Kindes, oder auch Fötus, im 5. Schwangerschaftsmonat)

Wer auch immer den Text „Hallo!? Mama … hörst Du mich?“ verfasste, ihr oder ihm möchte ich danken. DANKE! Ohne diese Zeilen wäre ich nie auf eine weitere Grausamkeit unserer „modernen“ Gesellschaft aufmerksam geworden. -af

Lesenswert:

http://www.meinbaby.info/spaetabtreibung.aspx

http://www.pro-leben.de/abtr/berichte_abtreibungsaerzte.php

Vorsicht Vatertag!

Posted in Hauptartikel with tags , , , , , , , , , , , , , , on Mai 9, 2013 by andrefedorow

Zu wessen Ehren? Des Alkohols?

Vorsicht-Vatertag-Man mag es kaum glauben. In den USA ist „er“ seit den 70ern ein offizieller Feiertag – der Vatertag. Das volkstümliche Pendant zum Muttertag erfreut sich zu meinem ethisch geprägten Leidwesen immer wieder an Rausch-orientierten Ritualen, welche mit der Ehre des Vaters nur wenig gemeinsam haben. Bestenfalls mit Erzeugern, die in schöner Regelmäßigkeit ihre Familie alkoholisiert vermoppen. Ansonsten erschließt sich mir keine Verbindung zwischen Vaterehren und sich bis zum Koma Alkohol in den Schlund zu kippen. Ich meine, Grund zum „Saufen“ findet man quasi jeden Tag, aber der heutigen, Rausch geprägten, Spaßgesellschaft ist sowieso nichts mehr heilig.

Ich denke, man sollte den Vatertag mit seinen Kindern verbringen – wenn möglich. Es ist ein traditioneller Familientag, der seinen Ursprung 1910 hat. Es geht, wie es der Name schon sagt, darum den Vater zu ehren. Genauso wie man es am Muttertag machen sollte. Stattdessen wird der Grundgedanke mit peinlichen Aktionen und Alkohol ad absurdum geführt. Insbesondere von Nicht-Vätern, die gerne den Vatertag als Männer- oder Herrentag bezeichnen. Allerdings hat das nichts mit dem Grundgedanken des Vatertags zu tun, sondern wird bzw. wurde einfach anarchistisch hinzugefügt.

Diese peinlichen Ausschweifungen, welche zum Fremdschämen anregen, zeigen sich erfahrungsgemäß durch betrunkene Buben, welche mit einem so genannten Bollerwagen durch die Straßen ziehen. Dabei ist der Geräuschpegel des von Bier und Schnaps getränktem Proletariats von der physischen Anzahl der ausschließlich auf Kleinhirnbasis funktionierenden Skrotum-Träger abhängig. Singend, grölend und nach seltsam riechenden Ausdünstungen bewegt sich Freund Brausekopf durch die Ortschaft. Ich bin der Meinung, egal ob Vater oder nicht, solche Aktionen zeigen mir auf welchem Niveau manche Leute ihr Dasein fristen. Ziehe ich daraus ein Fazit, bleibt von dem Gedanken an Familienglück bestehend aus spielenden, glücklichen Kindern oder einem gemeinsamen Ausflug, nicht viel über. Schade eigentlich. So, ich geh jetzt auch gleich raus und unternehme was. Allerdings mit meinem Sohn und mit meiner Frau. So möchte ich meinen ersten Vatertag verbringen.

So long, André